Dark City
Jaaaaa.....es gibt sie noch, diese seltsamen Filme in denen nichts so ist, wie es scheint und die eine völlig andere Welt zeigen als üblich. Selten sind sie und wenn sie auftauchen, dann meist überraschend und nur für wenige Wochen. Und manchmal hat man dann das Glück, zufällig über einen solchen Film zu stolpern wie eben 'Dark City'.
Eine recht originelle Hintergrundgeschichte, gepaart mit faszinierenden Effekten, einem guten Schuß Paranoia, annehmbaren Darstellern und mehr als nur einer Spur Hoffnungslosigkeit.

John Murdoch wacht mit Amnesie in der Badewanne auf, eine tote Prostituierte im Zimmer nebenan und schon ist er auf der Flucht durch die dunkle Stadt, die die Sonne nie erblickt. Auf der Flucht vor dunklen Gestalten, die ihn verfolgen, auf der Suche nach seiner Identität in einer extrem wandelhaften Welt. John erinnert sich an Tageslicht und an Shell Beach. Dieser Strand zieht sich wie ein Traumsymbol durch den ganzen Film. Jeder kennt ihn, dort waren sie alle, aber keiner weiß den Weg. Diesen Schlüssel zu finden ist dementsprechend die Motivation des Helden. Ihm in den Weg stellen sich die Fremden, die die Fähigkeit besitzen, die Realität zu verändern und auch die Erinnerungen und Prägungen der Menschen, die in ihrer Gewalt sind, die sie von irgendwoher entführten und in die Stadt für ihre Experimente brachten.
Letztendlich kommt es zu einer alles entscheidenden Konfrontation, die über das Wohl der Menschen von Dark City entscheidet.

Ich will hier wirklich nicht zu viel verraten, es sei nur gesagt, daß die gesamte Geschichte konsequent und logisch durchdacht wurde, in sich abgeschlossen ist und den Weg ebnet für faszinierende und paranoide Gedankenspiele. Woher wissen wir, daß wir wir sind? Woher beziehen wir unsere Erinnerungen? Wieso halten wir an einem Selbst fest, für das es keine definitiven Beweise gibt? Alles ist machbar....zumindest für die, die uns formen, tunen
Die Atmosphäre des Filmes ist dem Titel entsprechend auch recht duster, aber das ist man ja von Alex Proyas spätestens seit "The Crow" gewöhnt.
Die Schauspieler entsprechen den Rollen, bemerkenswert ist hierbei besonders Kiefer Sutherland als Dr. Schreber, ein Mensch, der den Fremden bei ihren Experimenten hilft. Eine wirklich interessante Mischung aus "irrer Wissenschaftler" und "Renfield", der Sutherland auch durch Körperhaltung und Sprache Überzeugungskraft zollt.
Faszinierend sich auch die Szenen, in denen die Fremden die Stadt tunen, also Gebäude aus dem Nichts entstehen lassen bzw. alte verschwinden lassen. Dies geschieht nicht einfach als Fade-in/-out, sondern die Gebäude schrauben sich an den gewünschten Stellen imposant aus dem Boden heraus und erhalten nur langsam ihre Struktur. Prima Spezial-Effekte! Auch die Ausstattung der Stadt und ihrer Bewohner sowie ist sehenswert, hier wurde mit viel Liebe für's Detail gearbeitet, was aber bei der vorherrschenden Dunkelheit nicht immer so ins Auge fällt. Dennoch sieht man weitaus mehr, als z.B. bei dem grottenschlechten Film "Mimic", der ja auch vorwiegend im Dunkeln spielte.

Insgesamt bleibt nur zu sagen, daß der Film in sich logisch war, daß ihm an Feeling und Stimmung nichts fehlte, es gab keine auffälligen Szenen, die man hätte besser machen können....kurz gesagt, es lohnt sich definitiv. Nicht auch zuletzt darum, weil es eben mal eine ganz andere Art von Film ist als die, die man sonst so serviert bekommt. Dezent garniert wird das ganze mit wenigen liebevoll in Szene gesetzten netten Splattereffekten, die das Genre Horrorfilm zwar nicht ganz rechtfertigen, aber egal.
Unbedingt ansehen !!!