Queen of the damned
Ok, ok, Anne-Rice-Geschichten sind schon rüschenhemdig genug und ich erinnerte mich dumpf daran, dass der Film wirklich schlecht war, aber ich wusste nicht mehr, warum eigentlich.

Jetzt weiß ich es…*zuck*

Für diesen Film hat man die beiden Bücher „Der Vampir Lestat“ und „Königin der Verdammten“ zusammengefasst und zwar derart radikal, dass man die Story auf wenige Sätze reduzieren kann. Lestat erwacht nach langem Schlaf wieder (wir erinnern uns an Teil 1 der Geschichte) und startet eine Karriere als Rock-Musiker. Das stimuliert die erstarrte Frau Obervampirin derart, dass sie ihn zu ihrem König machen möchte, was aber alle nicht so gut finden und sie deswegen tot machen.
Ende.

Hatten die Bücher noch eine gewisse, wenn auch arg schwülstige Tiefe und Tragik, so werden hier die Protagonisten aufs rein körperliche reduziert. „Stell dich mal auf die Bühne und imitiere Jim Morrison“ bzw. „Mach dich mal nackig und sabbere Kirschsaft“ schienen die wichtigsten Regieanweisungen zu sein. Völlig ins Lächerliche gezogen als notgeile Schlampe endet die Königin. Angeblich hatte sie sich damals freiwillig in die Leichenstarre geflüchtet, weil ihr König ja auch keine Lust mehr am Morden hatte. Nun ist sie völlig heiß auf Lestat, will ihn krönen und kann spontan nicht mehr ohne ihn. Schade, dass er da nicht mitmacht, aber dafür geht sie dann ja auch gleich tot. Nicht ganz freiwillig, zugegeben. Woran auch der Kelly-Family-Vampir (I am not making this up! Der sieht wirklich so aus!) nicht ganz unschuldig war.

SEUFZ!

Da geht der Feminismus zugrunde. Die Frau sieht gut aus, ist megamächtig, keiner kann ihr ans Bein pinkeln und ohne Mann macht sie schlapp. ARG! Das sind VAMPIRE!!! Die sollten so etwas wie körperliche Lust nicht mehr kennen. Und das Geschlecht sollte auch keine Rolle spielen. *headdesk* Die anderen Charaktere sind auch nicht viel vielschichtiger. Lestat taumelt wie auf Dauerdrogen durch den Film, ein anderes farbloses Groupie-Schneckchen verfolgt ihn und würde gerne Vampirtussi werden und Marius (der Lestat nicht wie im Film gesagt erschaffen hat!) wurde zur Schwuchtel umfunktioniert. Mal ganz abgesehen von diesem sehr dünnen Plot passiert auch nicht wirklich. Das Rock-Konzert ist ganz nett anzuschauen, aber dafür brauche ich keinen Vampirfilm.

Was soll ich weiter sagen…YUK!