The legend of Evil Lake
Wenn ihr mal wieder einen recht guten Film sehen wollt, bei dem die Protagonisten auf völlig unkitschige und wirklich rührende Weise Herzchen in den Augen tragen, so dass es einem das Herz brechen kann, dann seid ihr hier gut aufgehoben.

Der Film greift mal wieder ein Grundthema asiatischer Mythologie auf. Der Kampf zwischen den Religionen und Kulturen. Ein augenscheinlich böser Bön-Priester (wobei man aber nie erfährt, ob er wirklich böse ist, das kann auch Propaganda sein), kultet so friedlich im Wald vor sich hin mit seinen Anhängern und seinem Priesterschneckchen, als plötzlich ein König/Kriegsführer/Whatever auftaucht und das Mädchen und alle Anhänger dahinschnetzelt. Der Priester wird auch zerlegt und dessen Geist in den nahe gelegenen See verbannt, mit der Auflage, erst dann einen Antrag auf Entlassung stellen zu können, wenn ein zu diesem Zweck in den Boden gerammtes Schwert entfernt wird.
Hmmmmm….mal ganz ehrlich…wenn ihr ein mächtiger Mensch seid (gut oder böse ist jetzt mal egal) und ihr wollt euren Widersacher möglichst für immer los werden….würdet ihr dann seine Auslöschung an solch wackelige Bedingungen knüpfen? Sagt man dann nicht eher:
„Ich verbanne dich jetzt in diesen See und zwar für immer!“
Muhahahahahahahahah!
Hahahaha!
Ha!
Anstatt…“Ok, ich verbanne dich jetzt, bis zufällig mal ein Bauerntrampeln über da Schwert stolpert, was natürlich nieeeee passieren wird.“

?

Zugegeben, der Mann ist Asiate und zu der Zeit sollte er von der Artus-Legende noch nichts gehört haben. Aber trotzdem….schön blöd, oder?

Dauert aber ne ganze Weile, bis so etwas passiert, tausend Jahre lang, um genau zu sein, d.h. unser König/Kriegsführer/Whatever ist in dem guten Glauben gestorben, alles richtig gemacht zu haben. Seine Dynastie ist immer noch am regieren, auch wenn das Volk inzwischen ein bisschen am rebellieren ist. Macht aber nix, dafür haben wir ja - *tusch* und Auftritt unseres Helden – einen tüchtigen jungen und gutaussehenden General. Und obwohl seine – schon ein paar Jährchen - ältere Königin sich in ihn verliebt hat, schlägt sein Herz nur für des Bauern Töchterlein, dessen süße Lippen ihm einmal das Gift einer Schlange aus dem Hals gesaugt haben. Die Hochzeit der beiden ist schon geplant, als er mal wieder in den Krieg muss. Währenddessen fasst ein aufstrebende Minister – ja, die gibt es auch immer – den Plan, das Mädchen um die Ecke zu bringen. Klappt aber nicht ganz, Mädchen fällt in den See und zieht vorher noch mal eben das Schwert aus der Erde.

Hoppla…schon ahnt ihr Böses, gell? Und richtig, der Geist schnappt sich die Kleine und rupft zwei oder drei Hühnchen bzw. in diesem Fall Palastwachen der königlichen Dynastie. Wortwörtlich.
Das Drama ist natürlich groß, als unser Held das mitkriegt. Wird er es schaffen, den Geist auszutreiben? Ist die Liebe der beiden stark genug? Wieviele Köpfe müssen ausgerissen werden? Und wie patent ist der Großvater, was die Sagenkunde angeht? Fragen über Fragen….aber dafür solltet ihr schon den Film schauen.

Sehr schön, sehr schwülstig, sehr niedliche Schauspieler, sowohl männlich als auch weiblich, sehr dramatisch, ein paar Splattereffekte, viele akrobatische Verrenkungen.
Ok, vorhersehbar. Logisch. Und nicht so abstrus wie viele asiatische Filme. Einfach eine schöne in sich schlüssige einfache Geschichte mit vielen schönen Bildern. Sehr hübsch!