The Grudge 2
Bei Grudge 2 bekommt man für sein Geld wieder eine verdammt gute Geisterbahnfahrt geliefert. Die Geschichte ist größtenteils vorhersehbar, Überraschungen gibt es kaum und man kann die Schockeffekte meistens lange Sekunden erahnen, bevor sie passieren, aber schockierend in der Umsetzung sind sie stellenweise trotzdem. Man weiß genau, gleich kommt was Schreckliches, aber man weiß nicht wie genau es sich äußert und wie böse es letztendlich ist. Das macht den Film zu einem gewissen Grad trotz allem noch sehr spannend.

Kurz zur Geschichte, wie der Name schon sagt eine Fortsetzung, die aber auch gut allein stehen kann, eigentlich eher eine Aneinanderreihung von gruseligen Szenen, nur von einem dünnen roten Fädchen gehalten, teilweise im Widerspruch zum ersten Teil stehend. Familie Saeki lebt friedlich vor sich hin, bis Vattern eines Tages alle umbringt. Glaubt man dem ersten Teil, dann weil seine Frau ihrem Universitäts-Professor schöne Augen – und wirklich nicht mehr als das - gemacht hat, glaubt man dem zweiten Teil, weil seine Frau, die von ihrer Mutter, eine berühmte Exorzistin, von Kindheit an mit bösen Geistern gefüttert wurde, ein bisschen durchgedreht ist, bzw. einen unterschwelligen bösen Einfluß auf ihn hatte. Er schlägt seine Frau, stürzt sie die Treppe hinunter, woraufhin sie sich den Hals verdreht. Sie stirbt nicht sofort, sondern muss noch mit anhören, wie ihr Mann den Sohn in der Badewanne ertränkt und die Katze gegen die Wand schleudert. Anschließend schleppt er ihre Leiche auf den Dachboden und erhängt sich im Schlafzimmer. Wer will es dieser Frau verdenken, dass sie von nun an einen ziemlichen Groll gegen ihn hegt? Sprechen kann sie nicht mehr, sondern nur noch grummeln, wegen des verdrehten Halses, aber Leute umbringen bzw. in den Wahnsinn treiben, bis sie sich selbst umbringen, geht trotzdem noch ganz gut. Das macht sie mit allen, die ihr Haus betreten. Im zweiten Teil bietet sich ein Umzug an, man will ja als Frau auch mal häusliche Veränderungen, umdekorieren etc., und sie verlässt mit einem Opfer das Haus, geht nach Amerika und verbreitet sich von dort aus weiter.

Während im ersten Teil nur die häusliche Gewalt erwähnt wurde und auch in das Tagebuch der armen Frau Eingang fand, hat man im zweiten Teil die Geschichte meiner Meinung nach mit der Exorzistengeschichte unnötig aufgebläht und damit letztendlich auch abgewertet. So könnte man denken, dass ihr Mann von dem Bösen, das von ihr wohl schon zu Lebzeiten ausging, aufgestachelt wurde, sie zu töten. Vor allem, da sie sich ja auch etwas irre benommen haben soll. Das könnte man gedanklich im Prinzip so weit fortführen, dass der Mann schon recht hatte, sie umzubringen bzw. zum Tatpunkt der Zeit unter bösem Einfluss stand und nicht mehr klar denken konnte. Diese Gedankenkette fände ich sehr schade, in meinen Augen wäre es viel verständlicher, dass sie einen derartigen Hass entwickelt, wenn ihr Mann sie aus freien Stücken quasi, also nur aus Eifersucht bzw. weil eine Scheidung im Raum steht, umgebracht hätte. Das macht das Drama m.E. viel grausamer.

Blut fließ in diesem Film keins, richtig eklig im Sinne von Splatterorgien, Insektengekrabbel etc. wird es nie, muss auch gar nicht, die Vorstellung vor diesem Geist nicht fliehen zu können, die knallharte Konsequenz, mit der sie durch unsere Welt schreitet, ist schon haarsträubend genug. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Männer, Frauen, Kinder, hier kommt jeder mal dran, ohne Unterschied in Rasse oder Religion, sobald man dem Geist zu nahe kommt, ist es vorbei. Wenn man Glück hat, bleibt man körperlich erhalten, so dass man wenigstens noch ein nettes Begräbnis genießen kann, ansonsten verschwindet man einfach von dieser materiellen Ebene und geht mit Mama Grudge weiterspuken.
Yuk!