Ghostrider
Es war einmal vor langer langer Zeit in einer Galaxie nicht ganz so weit von uns entfernt, quasi nur kurz über den großen Teich, als die Comics noch Dime-Novels (also Groschenromane) hießen und das waren sie auch. Simpel gestrickte Geschichten mit denen man einfach mal so dem Alltag entfliehen konnte.
Gut und Böse waren leicht zu erkennen, Superhelden meistens männlich, allein und problembeladen und die Frauen stellten ihre hügeligen Körperteile zur Schau.
Damals stellte so etwas auch noch kein Problem für die Leserschaft dar. Man verschlang die bunten Heftchen, fieberte mit und stellte keinerlei Ansprüche. Heutzutage sieht die Welt ganz anders aus und so ist es nicht verwunderlich, dass es die Verfilmung einer solch ultraflachen Geschichte nicht allzuleicht hat, selbst wenn sich diverse nette Möglichkeiten für den Einsatz von Spezialeffekten bieten.

Ich fasse mich kurz und zusammen:
Johnny Blaze, seines Zeichens zunächst mal jugendlicher Motorradartist auf Rummelplätzen schließt einen Pakt mit Mephistopheles, um seinen krebskranken Vater zu retten. Der Krebs ist zwar weg, Vattern stirbt aber trotzdem am nächsten Tag bei einem Motorradunfall.
Ätsch und hämisches Gelächter.
Jahre später, Johnny ist immer noch Motorradartist, unkaputtbar und ernährt sich vorwiegend von gelb-roten Bonbons aus dem Glas, erinnert sich der Teufel anscheinend an seinen Handlanger und schickt ihn los, einen seiner Söhne umzunieten. Da dieser sich mit drei gefallenen Engeln (?) die eine Metamorphose mit den Elementen (?!?) eingegangen sind schützt, braucht natürlich auch Johnny coole Superfähigkeiten und da ein Element noch nicht vergeben ist, rast er eben als feuriges Gerippe durch die Gegend und räumt ein bißchen auf. Beistand bieten ihm natürlich seine Jugendliebe und ein alternder Cowboy, der vor ihm diesen Job inne hatte. Und jetzt ratet mal, wie das ganze ausgeht….

Na, habe ich zuviel versprochen, was die Tiefsinnigkeit dieses Filmes angeht? Aber egal, auch solche Filme können Spaß machen und ich habe mich doch ganz nett amüsiert. An erster Stelle über Nicholas Cage, der mal wieder sehr beeindruckend zeigen konnte, dass er tatsächlich über nur drei Gesichtsausdrücke verfügt.
  • zombiehaftes emotionsloses Starren kurz vorm Einschlafen
  • zombiehaftes Starren gepaart mit unterwürfigem Dackelblick
  • ich-habe-gerade-meinen-sanity-roll-vergeigt-und-werde-jetzt-wahnsinnig
Letzteren Blick beherrscht er allerdings sehr gut und sehr glaubhaft. Vielleicht übt er das im Privatleben ja öfters. Stelle ich mir sehr hilfreich vor im Alltag.
An zweiter Stelle hat mir der „Ich-bin-ja-so-furchtbar-cool“-Sohn des Teufels gefallen. Sehr cool und ein katzenhaftes Lächeln. Okay, was will man von der Rolle auch erwarten. Für Männer ganz nett anzuschauen ist sicher auch das „Hoppla, da steht mir doch schon wieder die Hälfte der Bluse offen“-Jugendliebe-Schneckchen.
Appetitlich….
Und auch den Special-Effekts-Freunde wird was für’s Auge geboten. Die Elementargeister sind hübsch animiert. Feuer, Wasser, Erde, Luft, immer wieder gut verwendbar. Leider aber auch viel zu schnell kaputtbar. Eine große Herausforderung für unseren Knochenmann ist das nicht.

Vom Feeling des Films her…hmmm….etwas langweilig, vor allem die Szenen mit dem Gerippe, da kommt nicht viel rüber, kämpf, kämpf, gäääähn…keine wirkliche Herausforderung, man kann nicht mitleiden…vielleicht ja was für Motorradfans…aber sonst…coole Sprüche gab es auch nicht.

Richtig zerlegt hat es mich nur bei der Szene, als Johnny seiner Freundin erklären wollte, dass er ein Superheld ist. Einfach so. Geradeheraus. Ohne Umschweife. Was derart lächerlich klingt, vor allem wenn es mit Dackelblick vorgetragen wird, dass es einfach nur noch schön ist. Wenigstens bei einem bleibt der Film sich selbst treu. Johnny Blaze ist einfach strunzdoof. Lieb aber strunzdoof. Einmal zu oft mit dem Kopf auf den Asphalt geditscht. Just a carny, wie seine Freundin treffend bemerkt. Und wer könnte sowas besser darstellen als Nicholas Cage?