Invisible
Ich frage mich, aus welchen Löchern auf einmal all diese jungen großäugigen männlichen Teenager hervorkriechen. Ryan Gosling, Topher Grace, Murphy Cilian, Jake Gyllenhaal, Benjamin McKenzie und jetzt Justin Chatwin. Alles der gleiche Typus und alle ähnlich wie Nicholas Cage mit einem beeindruckenden Gesichtsausdrucksrepertoire gesegnet.
Dumm gucken, dumm gucken und dumm gucken…. Aber zugegeben, dieser Film verlangt vom Hauptdarsteller auch nicht viel anderes als großäugig dumm zu gucken.

Kurz zur leider sehr konstruiert und darum steril wirkenden Story: Fängt erstmal ganz vielversprechend an mit einem Albtraum des Protagonisten. Er feiert seine Schulabschlußfeier, seine Mutter labert nur vor den Gästen rum, wie stolz sie auf ihn ist etc., beachtet ihn überhaupt nicht, keiner beachtet ihn, also geht er in den Keller und erschießt sich. Oh je… noch so ein Donnie Darko-Deprie-Teenie-Filmchen dachte ich da schon. Aber irgendwie wurde nicht groß darauf eingegangen und Nick scheint auch gar nicht so der Typ zu sein, der sich erschießt. Sein Vater ist früh verstorben, seine Mutter hat sein ganzes Leben verplant und alles fest in der Hand, er ist ein Streber und Mustersöhnchen, anscheinend ziemlich gut in der Schule und plant als Akt der Rebellion, zu einem Schriftstellerkurs nach London zu fliegen, zur Not auch ohne Einwilligung seiner Mutter. Flugticket ist schon besorgt.
Als Gegenspieler treffen wir nun auf Annie, auch großäugig, dafür aber top durchtrainert, Haare wie Shakira und eigentlich viel zu hübsch für die Rolle. Ihre Mutter ist gestorben, der Vater anscheinend irgendwie ein Versager, sie ist sehr liebevoll zu ihrem jüngeren Bruder, aber ansonsten auf der schiefen Bahn. Einbrüche, Drogendeals, Troublemaker etc. und hierbei fällt auf, dass sie ein sehr steriler sauberer Troublemaker ist…so gar nicht in das Bild passend. Bindeglied zwischen beiden Charakteren ist Nicks Freund Pete, der Drogenschulden hat. Nick und Annie geraten deswegen kurz aneinander, aber nichts ernstes, so es scheint. Kurze Zeit später wird Annie von Ihrem Freund bei der Polizei verpfiffen, sie hat Pete im Verdacht, aber der beteuert, es sei Nick gewesen, um seinen Arsch zu retten und weil er denkt, Nick sei ja schon in London. Das wäre zwar nur für zwei Wochen, aber egal….
Ok, also lauert Annie mit zwei grenzdebilen Kumpeln Nick auf (der sich gerade mal umentschieden hat und sein Flugticket verschenkt hat, wieso weiß der Geier…) und schlägt ihn zusammen und aus Versehen tot. Denkt sie zumindest. Schwupps ab in den Gully mit der vermeintlichen Leiche und weg. Nick stolpert daraufhin als Geist durch die Gegend, tut das, was er am besten kann, dumm gucken, und beobachtet, was so alles passiert. Polizeiermittlungen, weinende Mutter etc..
Irgendwann stellt er fest, dass er ja gar nicht tot ist und dass Annie ihn außerdem hören kann und so treibt er sie dazu, seinen Körper aufzusuchen. Aber der ist inzwischen nicht mehr im Gully, sondern von Annies Freunden zum Staudamm verfrachtet (keine Ahnung wieso) und das Dramaband setzt ein, weil ja der Staudamm regelmäßig geflutet wird. Es kommt zu einem Shootout zwischen Annie und ihrem Freund (wobei mir nach wie vor schleierhaft ist, wieso der sich in den Mord einklinkt, ist ja nicht seine Sache) und dann schleppt sich Annie sterbend ins Hospital, wo Nicks Körper inzwischen hingebracht wurde, um ihm Romeo und Julia mäßig ins Leben zurückzuholen.

Hmmmm….inhaltlich so viele Lücken, visuell so zusammenkopiert…ein durchgängiger OC-California-wir machen zwar böse Sachen aber sehen geschniegelt und gebügelt, teenie-unschuldig und lecker dabei aus aus-Look, man würde eher auf einen zweitklassigen TV- als auf einen Kinofilm tippen.
Überraschende Wendungen der Geschichte gibt es nicht. Es ist eher überraschend, wie flach und steril alles bleibt. Dead but good looking….aber so richtig tödlich langweilig ist es auch nicht. Ist wenigstens was fürs Auge, hübsche Menschen leiden unbegreiflicherweise vor sich hin.

Die zugehörige Rockmusik ist ganz gut gewählt, teilweise unpassend eingesetzt, aber nett zu hören. Stellenweise denkt man zwar, man sieht einen Take-That-Videoclip oder so, aber das geht gerade noch so durch.

Ich bin im Prinzip doch ganz gut unterhalten worden. Hätte besser und vor allem tiefer sein können, aber es hätte auch noch flacher ausfallen können. So war es solides Mittelmaß. Wird nicht lange im Gedächnis bleiben. Aber wenigstens habe ich mich nicht gelangweilt dabei.