The Haunting
Ein Professor beruft eine Gruppe von Menschen auf ein altes Schloß, um an ihnen die Auswirkungen von Schlaflosigkeit zu testen. In Wirklichkeit ist er aber eher daran interessiert, Angstzustände zu erforschen, die er hofft, durch die gruselige Atmosphäre des Hauses noch zu verstärken. Verschiedene Charaktere fühlen sich durch die Zeitungsanzeige angesprochen, darunter eine leicht verhuschte Frau, die die letzten 11 Jahre nur ihre Mutter bis zum Tode pflegte, eine etwas aufgebrezelte Trulla und zwei recht farblose Männer. Besagte Testpersonen treffen nun ein, die Gehilfin des Professors verletzt sich gleich am Anfang, einer der Männer fährt sie ins Krankenhaus, der Professor verschließt das Tor und gibt ihnen den Schlüssel mit.
Ergo sitzen die vier übriggebliebenen die Nacht über in dem Haus fest und das Abenteuer nimmt seinen Lauf. Wie sich herausstellt, lebte in dem Haus einmal ein reicher Großindustrieller, dessen Frauen Kindersegen versagt blieb, also entführte er Kinder aus seinen Fabriken und sperrte sie in dem Haus ein. Diese Kinder spuken nun da noch rum, wofür die verhuschte Frau besonders empfänglich zu sein scheint....

Hmmmmmm......tscha....schade, daß bei diesem Film Story, Charaktere und Dialoge um einiges zu kurz kommen. Er beeindruckt zwar durch die pompöse Ausstattung des Schlosses und durch tolle Spezialeffekte (schon ein Wunder, was man alles mit Vorhängen machen kann), aber so richtig retten kann ihn das nicht. Spannend ist es trotzdem, es gibt einige Schockeffekte, an manchen Stellen ist's tatsächlich gruselig, man langweilt sich die 117 Minuten über eigentlich nicht, weil es sehr sehr viel zu sehen gibt.

Wie in Horrorfilmen üblich verhalten sich die Charaktere mal wieder sehr beschränkt. Mal ganz ehrlich, wenn Sie mit 3 Fremden nachts in einem Haus wären und es würden seltsame Sachen passieren und eine unter Ihnen würde merklich durchdrehen, was würden Sie tun?

Mein Vorschlag wäre da, sich zusammen in einen Raum zu hocken und die Nacht zu durchwachen, eventuell mit einem guten Glas Wein am Kamin. Alternative zwei wäre womöglich, sich aus dem Schuppen einen Schneidbrenner zu holen und das Tor aufzubrechen oder eine Leiter nehmen und über den nicht sehr hohen Zaun türmen. Aber nein, was tun unsere Helden? Rennen ständig allein durch die Gänge... na super ....töfftööö... selbst dran doof, wenn siedraufgehen.

Entsprechend können da auch die besten Schauspieler (wie z.B. Liam Neeson) nicht viel aus den flachen Rollen retten. Schade eigentlich....einzig der Charakter der weiblichen Hauptperson ist da ausgeprägter und sie bringt das auch echt gut rüber. Aber mit ein paar farbigeren Gegen- bzw. Mitspielern ausgestattet, wäre es interessanter gewesen, so verkommt der ganze Film im Prinzip zu einem Zwei-Personen-Stück "Frau gegen Haus" und das hätte vom Handlungsaufbau her nicht sein müssen. Unnötig unlogisch auch die Auflösung des Rätsels am Ende, angeblich ist die Hauptperson die Urenkelin des Hausinhabers und deswegen so empfänglich für alles, was da geschieht. Hm...da stellt sich mir nur die Frage, wie denn die schwangere Frau des Hausherren, der ja angeblich so kindervernarrt war, da rauskommen konnte...paßt irgendwie vorne und hinten nicht der Gedanke. "Wie realistisch...." Ich hätte es da besser gefunden, das ganze damit zu begründen, daß sie von mir aus die Wiedergeburt der Ehefrau ist, oder es halt gar nicht zu begründen und einfach so als Tatsache stehen zu lassen. Besser keine Erlärung, als eine an den Haaren herbeigezogene.

Insgesamt gesehen ist der Film da eher so ein Mittelding, nicht richtig gut, aber auch nicht schlecht. Es gibt viel zu bestaunen, das Haus ist wirklich sehenswert. Angenehme Unterhaltung für einen Abends, die aberwohl nicht lange im Gedächnis bleiben wird, zumindest nicht in meinem.....