Gabriel Burns 3 - Experiment Stille

Zu Beginn der Geschichte wird der Protagonist ins Büro seines Pseudochefs zitiert. Dieser offeriert ihm anscheinend aus heiterem Himmel zunächst einmal ein paar Informationshäppchen über den früheren Premierminister Kanadas, um dann unverhofft zum Experiment Stille überzuleiten. Forscher haben am Ende der Welt eine völlig schalldichte Kammer gebaut, um mal 30 Tage lang Stille aufzunehmen (und da sagt mir noch mal einer, wir würden Steuergelder verschwenden!). Stunde 59 hört man: Stille... was die Hörspielmacher eindrucksvoll umgesetzt haben. Aber irgendwann später, ein dumpfes an Walgesänge erinnerndes Brummen und drei Drachen...äh...Stimmen in Isländisch, Rumänisch und serbokroatisch vietnamesisch (die neue Achse des Bösen, ich sag’s euch!). Zufällig wurde das gleiche Brummen (unverkennbar!) bei Tiefseebohrungen aufgenommen. Weil man auf Ölbohrplattformen ja auch sonst nichts zu tun hat, hat man genug Zeit, auf solche feinen Details zu achten. Da selbige Ölplattform auch gerade auf mysteriöse Weise ein Tauchboot verloren hat, drängt sich eine tiefergehende Investitution geradezu auf. Flugs die falschen Ministerium für Meeresbiologie-Ausweise gezückt und ab dafür. Man trifft auf einen brummigen Vorarbeiter und später auf einen echten Meeresforscher/Möchtegern-Greenpeace-Nachahmer, der das Team gleich mal eben vertrauensvoll auf eine einsame Fischerinsel mitnimmt, um ihnen da was zu zeigen. Hmmm...also wenn mir jemand auf diese Tour kommen würde, wäre ich ja seeeehr misstrauisch. Jedenfalls schwimmen dort ein paar verwirrte Wale rum und sie treffen auf einen Fischer, der gerade seinen treuen aber illegal eingewanderten Gehilfen Ivar beim Fischen verloren hat. Er wurde von einer augenscheinlichen Riesenmuräne an der Bordwand plattgedrückt. Joyce möchte die Leiche gerne untersuchen, ja, sie ist definitiv tot und macht noch eklige Geräusche dabei, während sich Steven und der Forscher sich den übrigens kopflosen (um die Spannung zu erhöhen) Fisch ansehen. Als sie damit durch sind, treffen sie den verwirrten Fischer, der ihnen erzählt, Ivar sei gerade an ihm vorbei und aufs Zimmer gegangen, nicht, ohne zuvor das Wohnzimmer zu verwüsten. Aber er sei nicht mehr er selbst. (Da stellt sich mir die Frage, wieso Joyce das nicht mitbekommen hat, immerhin muss er ihr ja quasi vom Tisch gehüpft sein, aber egal...) Oben doscht der illegale Russe derweil so lange mit dem Kopf gegen die Wand, bis er wieder totgeht.
Kann ja mal passieren, relativ unbeeindruckt von dem blutigen Geschehen fahren alle drei zurück zur Ölplattform, wo Agent Nummer 3, sprich Larry Newman, inzwischen zur Volksbelustigung verdroschen wurde. Macht aber nix, kann ja mal passieren. Das Geräusch ertönt wieder und Steven fährt mit dem Tauchboot und dem Forscher hin. Agent Nummer drei wird derweil wieder weggelockt, ist nach der Prügelorgie auch überhaupt nicht misstrauisch und landet in einem schlammigen Aquarium, wo ihm ein Wurm ins Ohr kriecht. Macht aber nix, denn Larry hat Hörgeräte und das mag der Wurm nicht. Das erklärt ihm zumindest einer der Mitglieder des vormals verschollengegangenen Tauchbootes, der auch im Aquarium dümpelt. Die Würmer übernehmen anscheinend Leute und lassen sie nach Bedarf wieder frei. Die beiden Männer können fliehen, kommen aber dann nicht weiter vor und was aus dem verwurmten Tauchbootmann Nummer 2 geworden ist, wird auch mit keinem Wort erwähnt.
Schade eigentlich...
Die Tauchsafari entdeckt derweil den Leviathan und eine Horde Wascos, große Seeschlangen mit haarlosen Wolfsköpfen, die die Kinder des Leviathan sind. Schon recht...wenn die auch mal alle so groß werden, dann prost Mahlzeit! So weitläufig sind die Weltmeere dann doch nicht. Aber egal, sie entdecken auch ein Boot, das die Signale ausgesandt hat, um die Wascos anzulocken, da ihre schleimigen Körpersubstanzen wiederbelebende Kräfte haben, was die kanadische Marine anscheinend mehr als interessant findet. Spontan erinnert sich Steven an die Zombies aus Eden-Creek. Ob dort auch diese Substanz zum Einsatz kam? Der illegale Russe hatte jedenfalls keine große Freude daran.
Zurück zu Hause im Bett (abrupter Schnitt), kommt bei Steven die Leiche von Ivar zum Schnacken vorbei. Der „Flüsterer“ (Röchler wäre angebrachter) hat sich den Körper ausgeborgt, um mit Steven zu reden. Is klar. Ist ja auch viel unkomplizierter, einen toten Fischersgehilfen, der a) aussieht wie eine Wasserleiche, obwohl er gar keine Wasserleiche ist und b) mit dem zermatschten Schädel eigentlich gar nicht mehr reden könnte, was aber vielleicht das Röcheln erklärt, von der idyllischen Hochseeinsel nach Vancouver zu schaffen, anstatt eine andere frische eindrucksvolle Leiche aus der näheren Umgebung zu verwenden.
ARG!
Aber der Mann mit dem Rachenproblem wollte ja auch nur schnell auf die zehn fahlen Orte verweisen, von denen das multilinguale Trio am Anfang sprach. Und eindrucksvoll vermitteln, dass Vancouver dazu gehört.

Seufz...nichts gegen Groschenromane, aber die heftigen Logiklücken machen mir doch schwer zu schaffen. Genauso wie der Protagonist, der nur zombiemäßig durch die Geschichten eiert. Grosses geleistet hat er nicht, brillante Gedankenblitze hat er nicht, irgendwie tut er nie was, beobachtet nur und taumelt durch die Gegend. Halt, googeln, das kann er...und bibelfest ist er auch. Und er hat durch seinen toten Bruder diese mysteriöse Verbindung. Aber ansonsten..nada..
Überall entstehen lose Storyenden, auf die (noch?) nicht näher eingegangen wird. Ich bleibe skeptisch. Die Serie hat ein paar nette Ideen und die Stimmung des Ganzen ist recht gut. Die einzigen Lacher sind indes unfreiwillig komische Szenen wie z.B. „Ich will nur dein Ohr!“ oder „Ich habe mir nur diese Leiche ausgeborgt“ Ja klar, mach nur. Aber schön zurückbringen, wenn du fertig bist, gell? Und mach nicht so viele Wasserflecken auf den Teppich!