Gabriel Burns 4 - Angst aus Eis

Willkommen in der Welt der flachen Geschichten, in denen Frauen nicht bis drei zählen können, willkommen zu Handlungssträngen, die begonnen, aber nie vollendet werden, willkommen bei „Gabriel Burns“…

Neue Folge, neues Glück, altes Schema…einige sehr gute Ideen, aber bescheuerte Handlungen und grenzdebile Pro- und Antagonisten.

Auf einem Gletscher Islands kommen zwei Bergführer zu Tode. Eine Frau (mit irgendwie männlicher Stimme) telefoniert mit Leif Magnussen, der in Vancouver lebt und nicht mehr so genannt werden möchte und erinnert ihn an „sein Versprechen“, woraufhin dieser seinen alten Kumpel Bakerman alarmiert, worauf dieser Steven und Larry nach Island schickt, um das Ganze mal zu untersuchen. Joyce Kramer soll derweil auf den Leif aufpassen, scheitert aber als ausgebildete Geheimagentin natürlich sofort an dieser Aufgabe. Ein Mann mit Handfeuerwaffe (oh Schreck!!!) dringt in das Zimmer ein und zwingt sie, aus dem dritten Stock zu springen. Platsch. Sie ditscht bei Bakerman aufs Auto, wobei beides erstaunlicherweise heile bleibt.

In Island wurden Steven und Larry derweil mit Kartenmaterial versorgt und sind zum Gletscher gefahren. Dort funktioniert keine Elektronik und keine Autos mehr. Ein Einheimischer bringt sie ins Dorf, wo sie die Leiche eines der Gletscherführer besichtigen können, dessen Herz von einem Stachel durchstoßen wurde. Das Dorf ist leer, Frauen und Kinder wurden in Sicherheit gebracht. Ein alter Mann erzählt, dass mal vor 30 Jahren ein Licht auf dem Gletscher zu sehen war und dass eine Expedition dort einen riesigen Ammoniten sah. Doch inzwischen sei er im Eis versunken.

In Vancouver verfolgen Bakerman und Co den Entführer Magnussens in ein Lager, denn Joyce hatte ihn mit einen Peilsender versehen. Dieser wurde zwar von dem gewieften Ganoven entdeckt, aber oho, der gute Mann hatte ja auch noch einen zweiten Peilsender dabei, gut getarnt im Backenzahn. Hat über 30 Jahre lang kein Zahnarzt gemerkt. Aber vielleicht hat er ja auch eine Zahnarztphobie, wer weiß das schon. Bei der Gelegenheit plaudert der kleine Glatzkopf aus dem Nähkästchen, dass Magnussen damals bei dem Gletscher war und böse Sachen gesehen hat und seitdem in Kanada versteckt gehalten wird.

Zwei Touristen tauchen in Island in dem kleinen Dorf auf und werden von Steven und den anderen eingelassen, als plötzlich draußen seltsame Laute zu hören sind. Kinder scheinen zu weinen. Was natürlich bei jeder Frau sofort das Gehirn ausschaltet. Ist ja auch gar nicht ungewöhnlich, ganz viele Kinder, nachts, in einem menschenleeren Dorf, wo man schon vorgewarnt ist, dass wohl gleich böse Sachen passieren werden und dass man seinen Augen und Ohren nicht trauen soll…aber hey, was soll die arme Frau da machen? Sie muß doch den Kinderchen helfen!!! Vor allem, wenn die Stimmen vom Dachboden kommen! Total logisch, oder?
*headdesk*
Und ratet mal wer jetzt tot geht.
*headdesk* *headdesk* *headdesk*
Sie tragen die Tote nach unten, an Schlaf ist nicht mehr zu denken und weil wir uns in der Gabriel Burns Welt befinden, wird auch nicht weiter verfolgt, wer oder was auf dem Dachboden war. Muß ja was physisch vorhandenes gewesen sein, wenn ein Stachel in ihr Herz fuhr. Man könnte ja vielleicht annehmen, dass sich das Ding immer noch im Haus befindet! Aber nein…wieso denn…wir vergessen den Vorfall mal eben schnell. Und starten auch keine weiteren Angriffe. Wäre ja eh sinnlos, es sind ja keine leichtgläubigen Frauen mehr vorhanden. AAARGG!

Bakerman und Joyce betreten inzwischen das Lagerhaus bzw. die Gesellschaft für Metallveredelung und finden diverse Kisten mit Wolfram, auf denen in rumänisch „Lieferung 8“ geschrieben steht. (wir erinnern uns an die Achse des Bösen aus dem letzten Teil, Island, Rumänien, Vietnam!) Und sie finden Magnussen, der gerade von seinem Entführer gefoltert wird. Sie schießen den Bösen nieder und Bakermann erkennt, dass es ein Mann ist, der seit 30 Jahren tot sein sollte. Aber er ist nicht gealtert.
(insert bedeutungsschwangere Musik here)

Steven, Larry und der Rest der Leute gehen derweil zum Gletscher, um sich das näher anzusehen. In einem Spalt können sie einen großen Ammoniten sehen. Sie klettern runter.

In Vancouver hat sich der geklonte Entführer inzwischen befreit und Magnussen über den Haufen geschossen. Sie treffen sich alle in einem Raum wieder, in dem Kisten voller Wolframerz per Fließband in einer Maschine verschwinden. Sie scheint ein Netz zu weben und dahinter bewegt sich schemenhaft etwas. Der Clone macht das Licht aus und…nicht vorhandener Grusel…seltsame Fäden kommen aus der Maschine und fressen eine Ratte. Bakermann schießt sich schnell ein bißchen Tageslicht herbei, als das Wesen oder whatever ihn plötzlich angreift.
Was dann aber nicht weiter verfolgt wird, bis auf das er nachher im Krankenhaus liegt. Wie er da rausgekommen ist und was jetzt mit dem Clone ist, wird nicht weiter verfolgt.

Im Gletscher werden unsere Helden derweil von riesigen Skorpionen verfolgt und der Gletscher vibriert, weil der Tourist, der, was die anderen natürlich nicht wissen können, auch ein Clone ist und clevererweise genauso heißt wie der Clone in Vancouver (jaha, wer sich da Namen merken kann ist echt im Vorteil), einen Mechanismus aktiviert hat, der den Ammoniten explodieren läßt. Daraufhin zückt der Clone sein Handy und erzählt, dass er den Ammoniten zerstört hat und was er nun mit den Männern machen soll, nur um anschließend allein ins Dorf runterzustapfen, was Larry so erzürnt, dass er ihn spontan totschießt.
(was natürlich eine völlig richtige und in der Situation nachvollziehbare Handlungsweise ist und selbstverständlich folgenlos bleibt) *headdesk* *headdesk* *headdesk*
Also, wer das nächste Mal einfach von mir so weggeht ohne Kommentar, wird dann auch erschossen, gell? Also gut aufpassen!

Zurück in Vancouver, Krankenbesuch bei Bakerman und man diskutiert ob das Metallnetz in der Lagerhalle so eine Art Übergang in eine andere Welt war und stellt fest, dass der Ammonit wohl auch aus Wolfram war. Und dass der Geheimagent damals wirklich ums Leben gekommen ist und anscheinend geclont wurde.
Ende Gelände.

Raaaaaaaaaahh….obwohl das ganze einen Lindenstraßenfaktor hat, man möchte einfach wissen, wie schwachsinnig das weitergeht, regt es mich doch jedesmal auf. Wie kann man so viele Sachen einfach außer Acht lassen beim Storyschreiben? Wie kann man damit leben, einen solchen Unsinn zu verzapfen! Die Grundideen sind ja echt gut, aber der Schreiber verheddert sich zu oft und bringt nix zuende. Und es ist ja auch nicht so, dass er es später einmal zuende bringen wird. Nein, kleine Handlungsstränge, die man mit kurzen Sätzen aus der Welt schaffen könnte, werden einfach vergessen. Hält er die Zuhörer wirklich für so blöd? Oder fällt nur mir das auf? Und wieso handeln die Hauptdarsteller eigentlich alle so bescheuert?

Nehmen wir mal die „Bösen“. Die wollten anscheinend das Ding im Gletscher zerstören. Soweit so gut. Aber wenn sie von Anfang an wußten, wo es ist, denn sonst hätten sie Clone Nummer 2 ja nicht direkt dorthin geschickt, wieso dann sich noch die Mühe machen, Clone 1 den Magnussen entführen zu lassen? Wieso hat er ihn nicht gleich umgelegt und Joyce gleich mit? Und wenn angeblich Leute im Hotel den Gang mit Planen ausgelegt haben, um eine Sauerei zu verhindern, wieso haben sie dann nicht auch eine Sauerei veranstaltet? Ich heuer doch keine Henchman an und nutze sie dann gar nicht. Welch Geldverschwendung! Und dann locke ich schon gar nicht meinen Erzfeind in meine tolle Fabrik, um ihm dort meine Tentakelmaschine zu zeigen. Hallo??? Geht’s noch???

Die „Guten“ sind allerdings nicht minder bescheuert. „Oh ein Gletscher, wo bereits Leute zu Tode gekommen sind, na, dann klettern wir doch mal so rein“.
ARG!!
„Oh, Zombies auf dem Dachboden, na, dann lassen wir doch mal die junge Frau nachsehen“. ARG!!
ARG!! ARG!! ARG!!

Trotzdem muss ich sagen, dass ich auf den nächsten Teil gespannt bin. Mal schauen, ob man sich auch noch dummer anstellen kann auf beiden Seiten der Medaille.