A history of violence
Ein von den Kritikern hochgelobter Cronenberg-Film der Marke „Die Katze läßt das Mausen nicht“, der in meinen Augen aber relativ belang- und inhaltslos ist.
Ein moderner Assassine/Mobster setzt sich in einer Kleinstadt zur Ruhe, aber seine Tarnung fliegt auf, als er zwei Menschen umbringt, die sein Cafe überfallen. Die löbliche Berichterstattung im TV ruft Exfeinde auf den Plan, die auch ausgeschaltet werden müssen, bis man schließlich zum Hauptfeind, dem eigenen Bruder vordringt. In vielen Punkten wirkt die Geschichte einfach zu konstruiert, um sich emotional daran zu binden. So sind die beiden üblen Genossen, die als erstes in Gras beißen dürfen, natürlich per se gnadenlose Killer, die sich auch nicht scheuen, niedliche Kinder umzunieten.

Erstens ist eine solche Handlungsweise zum Glück sehr unrealistisch, wenige Mörder gehen derart willkürlich, emotions- und planlos vor. I.d.R. sind sie entweder triebgesteuert und die Morde dienen, um andere Verbrechen zu vertuschen, sie verfolgen irgendeine Art von Plan um Geld, Macht oder whatever zu erlangen oder sie morden, um Menschen gezielt auszuschalten, die sie nicht leiden können. Bei aller Liebe, man fährt nicht einfach so durch die Gegend und bringt Leute um ohne Sinn und Verstand und Motiv. Wirklich nicht. Und das ist auch gut so. Und zweitens kann man auch nicht davon ausgehen, dass sich der Held dieser Skrupellosigkeit bewußt war, als er die beiden sofort ohne Rückfrage gnadenlos umlegte. Ok, hier läßt sich in zwei Richtungen interpretieren. 1) Könnte man von der Theorie ausgehen, dass ein geborener Killer (und bei denen scheint es in den Genen zu liegen) Gleichgesinnte sofort erkennt und deren Absichten antizipieren kann oder 2) könnte man es so auslegen, dass in Situationen der Bedrohung bei dem Helden eine Art Notfallprogramm im Rückenmark startet.

Aber es ist schon ein wirklich dummer Zufall, dass es im Film ausgerechnet „die richtigen“ erwischt. Es wäre um einiges überraschender und auch menschlicher, wenn es ein Mißverständnis wäre und er ungefährlichere Beute erlegt hätte. Natürlich hätte die Geschichte im folgenden einen anderen Verlauf genommen und man hätte ihn nicht so als Nationalheld hochgejubelt. Trotzdem, sehr steril, sehr an den Haaren herbeigezogen. Entsprechend irritiert bin ich über die Richtung und die mögliche Aussage des Filmes. Er gibt sich alle Mühe, den Protagonisten trotz aller Gewalt natürlich erscheinen zu lassen, da er ja nur „böse Leute“ umbringt und „in Notwehr“ handelt. Eher wie das Raubtier im Mann, das genetisch bedingt bei Bedarf losschlägt. Aber dafür geht dieser Film leider wiederum nicht weit genug. Eine Tötungsmaschine, die im perfekten Moment und bei der nötigen Bedrohung sofort anschlägt? Und ansonsten ein liebevolles Kätzchen ist?

Oh bitte…. Nerv! Wie realistisch! Und wie gesagt für eine Phantasie zu steril, denn Viggo-ich stehe dauernd unter Drogen und kenne nur einen Gesichtsausdruck-Mortensen schafft es nicht, dem Charakter auch nur einen Hauch von Tiefe zu verleihen. Er läuft emotionslos durch die Gegend, bringt Leute um, das war’s. Keine Tragik, kein Konflikt, keine Wertung. Ich weiß nicht, was das soll. Für eine Allegorie viel zu flach, für eine Geschichte zu kurz, als Charakterstudie durchweg uninteressant, da es keinen Konflikt gibt, nicht intensiv genug, um den Zuschauer auch nur annähernd zu berühren. Das einzige, was bei mir auch nur einen Funken von Interesse hervorrufen konnte, war die Darstellung des Sohnes, der einem Klassenkameraden zunächst genialen verbalen Widerstand bietet, um letztendlich doch in einen extremen Gewaltrausch zu verfallen. Jaja, es liegt wohl doch in der Familie.

Ansonsten, außer Spesen nichts gewesen…ich leide!