Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres
Ein deutscher Horrorfilm…das sind zwei Dinge, die sich ausschließen…und so handelt es sich bei Biikenbrennen auch eher um einen seichten Mysterythriller, der sich schamlos aus diversen Quellen bedient, als Ganzes aber durchaus sehenswert ist. Vom Feeling her könnte man annehmen, dass es sich um eine verfilmte Kurzgeschichte handelt, denn es kommen gerade eine Handvoll Personen darin vor, die nicht allzu viele Dinge tun.

Kurz zur Geschichte:
Vor knapp 450 Jahren trieb der üble Pirat Wavlew an der Nordseeküste sein Unwesen. Mit Vorliebe verschleppte er Kinder und forderte Lösegeld für sie. Wurde nicht innerhalb von sieben Tagen gezahlt, dann trieben bald die kleinen Leichen an Land. Aber das Dörflein Ottenkroog blieb verschont, seitdem im Februar regelmäßig das Biikenbrennen abgehalten wird, welches böse Geister vertreiben soll. In selbige Gemeinde zieht nun der Softwareentwickler Marc mit seiner an Asthma leidenden Tochter Johanna. Die Mutter starb bereits an Asthma, deswegen haben wir es hier mit einem überfürsorglichen Vater zu tun. Als der Dorfälteste Hansen ihn besucht und darum bittet, dass in seinem Garten das Biikenbrennen abgehalten wird, wie es Tradition ist, lehnt Marc ab aus Angst, das Haus könnte dabei in Brand gesetzt werden. Kurze Zeit später erscheint der Pirat und holt sich sein Kind. Nun ist guter Rat teuer. Mit der Unterstützung einer Meteorologin schlägt Marc beim Deichgrafen auf und versucht, dort die Geheimnisse des Mythos zu ergründen. Schnell ist klar, dass eine alte Truhe bis zum Rand mit Preziosen gefüllt werden muss. Schnell alles Gold zusammengekratzt, reicht natürlich nicht, aber zum Glück haben die Dorfbewohner ein Herz und geben all ihre Habe für das Kind. Mit Geld und Gold ausgestattet zieht Marc nun raus auf’s Meer für den alles entscheidenden Kampf.

Nuuun…nicht unbedingt der Brüller, andererseits habe ich schon viel schlechtere Sachen gesehen. Natürlich macht es immer wieder Spaß, Christopf Maria Ohrt als sarkastische Schnösel zu erleben. Eine Rolle, die ihm definitiv zum Fluch geworden ist, die er aber dafür perfekt ausfüllt. Und wie in allen Filmes, darf natürlich auch hier „der-Eingebildete-wird-bekehrt-und-setzt-Dackelblick-auf-Moment“ nicht fehlen. Aber ich gebe zu, das geht wirklich ans Herz. Vielleicht auch nur, weil mich die Szene, in die die Dorfbewohner ihr Hab und Gut opferten, so sehr an „Ist das Leben nicht schön“ mit James Stewart erinnert hat. Oder vielleicht, weil ich gerne eine so volle Truhe hätte. Hmmmmm…..

Die Horroreffekte…öhem…viel Nebel um nichts…vom Piraten sieht man nicht viel, nur im Endkampf taucht er unter Wasser als Feuerelementar auf. Ab kann er auch nix, ein kurzer Stich mit dem Dolch und weg ist er. Das Weichei! Gruseliger ist da schon der Deichgraf mit seinem Sammelsurium von bizarren Gegenständen. Da würde ich schon gerne mal stöbern. Oder die Sachen bei Ebay einstellen.

Was letztendlich bleibt ist eine recht solide Gruselgeschichte, familientauglich, ohne Schockeffekte (bis auf eine kurz zu sehende ausgesaugte Wasserleiche am Anfang), mit netter Lagerfeuerstimmung. Nichts, was man gesehen habe muss, aber auch nicht so langweilig, dass man abschalten würde. Ein nettes kleines Märchen für zwischendurch.