Jumper
Der Film trägt seinen Namen zu Recht, springen wollte ich auch. Und das bereits nach zehn Minuten. Raus aus dem Kino, rein in ein Gehirnwäschezentrum und mir die gestohlenen Lebenszeit durch angenehme und/oder nützliche Erinnerungen ersetzen lassen. Mit Hayden Christensen als Reiseführer die Welt besichtigen mag ja für pubertierende Mädels, die nur auf seinen muskulösen Oberkörper starren, ganz nett sein, leider bin ich eine Spur zu alt dafür und konnte mein einziges Vergnügen daraus ziehen, dass Samuel L. Jackson („Respect Mace Windu, very good in Pulp Fiction he was“), die Nervensäge ordentlich durchgebizzelt hat.

Aber zugegeben, diesem Machwerk mangelt es nicht nur an schauspielerischen Leistungen. Auch die Geschichte kränkelt an allen Ecken und Enden. Der Grundgedanke ist ja durchaus vielversprechend. Es gibt Leute auf dieser Welt, die sich teleportieren können. Allerdings nur an Orte, wo sie zuvor schon einmal gewesen sind und die sie sich gut gemerkt haben. Und es gibt andere Leute, die das nicht gut finden, weil „nur Gott eine solche Macht haben sollte.“ Deswegen bringen sie alle Teleportierer um, die sie finden können. Ein bißchen alttestamentarisch, aber nun gut. Wer’s mag…

Um diese Fakten herum hätte man nun eine schöne Geschichte stricken können mit interessanten Charakteren, menschlichen Konflikten, Drama, Spannung, Mystery.
Hätte man.
Hat man aber nicht.

Die ersten Minuten des Filmes sind ja noch ganz nett. Wir sind dabei, als die Hauptperson des Filmes ihr Talent entdeckt und ein bißchen die Sau damit rausläßt. Schön und gut. Dann wird es langweilig. Und langweiliger. Wir müssen stundenlang Teenagern zuschauen, die Belangloses schwafelnd durch Rom laufen. Wir werden Zeuge, wie Christensen vergeblich einem männlichen Freund den Dackelblick gibt, auf den wohl nur blutjunge Mädchen anspringen. Ab und an kommt so etwas, das entfernt an Spannung erinnert auf, wenn die Helden gejagt werden. Aber die Momente sind zu kurz. Danach reden sie wieder Belanglosigkeiten. Prügeln sich sinnlos. Fahren mit dem Auto durch Tokio. Oder woanders hin. Posieren in der Mitte der Wüste vor Hieroglyphen. Und reden wieder Belangloses.
ARG!
Gegen Ende des Filmes hatte der Drehbuchschreiber noch einen grandiosen Einfall. Was wäre, wenn die Mutter des Helden auf der Seite des Ordens wäre, der die Teleportierer jagt? Und sie ihr Kind deswegen verlassen hätte? Um ihn nicht töten zu müssen?
Hey, hier hätte sich ein tolles Konfliktpotential ergeben! Hätte…
Der Held klingelt statt dessen kurz bei seiner Erzeugerin.
„Hey, jagst du Teleportierer?“
„Jau“
„Aha. Mich auch?“
„Ja, aber ich gebe dir einen Vorsprung“
„Ah. Nett von dir. Ich bin dann mal weg.“
Fnaaagh….ich bin dann auch mal weg. Weit weg. Ganz weit weg. Wo es interessanter ist.
*futz*