The 13. Warrior
Filme, die für 4,50 DM im Spätprogramm laufen sind was tolles. Man kann sie sorglos geniessen, selbst wenn sie grottenschlecht sind, hat man es wenigstens für wenig Geld warm und gemütlich und kann in aller Ruhe sein Popcorn mümmeln.
Aus diesem Grund habe ich mich an 13th Warrior getraut, ich vermutete, Banderas (den ich persönlich nicht leiden kann) in einer überzogenen Heldenrolle wiederzufinden und seit dem gnadenlos flachen Jurassic Park traue ich auch dem Autor Crichton nicht mehr so recht, schon gar nicht, wenn er sich den klassischen Beowulf als Grundlage vornimmt.
Und siehe da, die Story war recht schlicht, hatte aber nette Charaktere und statt Banderas spielte ein gutaussehender Qui-Gon Jinn-mäßig ruhiger Wikinger die eigentliche Hauptrolle.

Ahmad Ibn Fadlan (Antonio Banderas), ein arabischer Poet, wird im Jahre 922 nach Christus von seinem Herrscher wegen eines kleinen sexuellen Fehltritts in die nordischen Länder verbannt. So findet er seinen Weg ins Land der wilden Männer, denen er hilft, sich gegen ein Volk von Menschenfressern zu verteidigen. Eigentlich hätte ich ja vom Ansatz her vermutet, daß Ahmad ein bißchen arabische Weisheit in den Kampf einbringt, aber irgendwie versäumt er es und läuft den ganzen Film über nur irgendwie nebenher, ohne was wirklich großes zu leisten.

Zugegeben, das klingt jetzt nicht so besonders gut, war aber ganz nett anzuschauen. Man hat versucht, die Bräuche der Wikinger ein wenig zu recherchieren, scheint sich ja um einen wirklich fröhlichen Menschenstamm gehandelt zu haben, zumindest ihr Galgenhumor scheint sagenhaft.

Zum Ablachen fand ich die nordischen Fjorde mit eindeutig californischer und kanadischer Vegetation. Deulicher ging es nimmer, peinlich, peinlich!

Interessant an dieser Stelle die FSK-Freigabe ab 12 Jahren, ist schon erstaunlich, was man den lieben Kleinen da so zumutet, wo alle paar Minuten abgehackte Köpfe und blutige Gliedmassen detailgetreu in die Kamera geschwenkt werden. Und so was wie South Park gibt man dann ab 16 frei, alles klar...MORGÄÄÄÄÄÄN!
Aber naja, genauer betrachtet, richtet sich der Film auch eher an ein jüngeres Zielpublikum, ein flaches Abenteurepos, das mich mit 12 oder 13 Jahren sicher mehr begeistert hätte.

Insgesamt betrachtet recht nette Unterhaltung, spaßig, Banderas nervt nicht zu arg, viel Action und Schwertkämpfe, stellenweise wird's richtig spannend....doch...lohnt sich. Hätte ich nicht vermutet.
Ein Gutes hatte der Film auch, denn endlich habe ich wirklich verstanden, was der Ausdruck berserkern bedeutet. Schön!