Green Lantern

Trotz diverser negativer Kritiken, habe ich mich gestern zur grünen Laterne ins Kino gewagt und siehe da, geht doch! War gar nicht so schlimm. Weniger Schwachsinn als viele andere Filme heutzutage!

Man darf als Zuschauer nicht außer Acht lassen, dass viele Filme nur eine einzige Zielgruppe ansprechen. Gehört man nicht dazu, ist man schnell geneigt, den Film als bescheuert abzustempeln, nur weil der persönliche Nerv nicht getroffen wurde.
Die grüne Laterne richtet sich primär an ein jugendliches Publikum. Den Kinderschuhe entwachsen aber noch nicht im heiratsfähigen Alter. Von der eher neueren Comicgeneration verwöhnte Fans, die z.B. auf Watchmen oder düstere Batmans stehen, werden sich viele sicherlich angesichts der Laternchen-Platitüden gelangweilt abwenden. Das Rad wird hier nicht neu erfunden. Es handelt sich um eine typische Helden-Geschichte, wie es sie zu Tausenden gibt inklusive aller klischeehaften Phasen der Persönlichkeitsfindung eines Superhelden. Auswahl des Helden durch Zufall/Vorherbestimmung, Neugier, Kennenlernen der Fähigkeiten, Trainieren, auf die Schnauze bekommen, Verweigerungshaltung, dann doch für die Menschheit und/oder gute Freunde kämpfen, über sich selbst hinauswachsen und letztendlich gewinnen. All das bietet dieser Film in einer erfrischend naiven und geradlinigen Form. Da gibt es keine diversen Handlungsschichten, keine versteckten Plots, keine Hintergedanken, keine große Philosophie außer dem üblichen "Wer will kann alles erreichen" und "Lass dich nicht von deiner Furcht fertigmachen" und natürlich triumphiert der langsam denkende amerikanische Footballboy mal wieder über seinen intelligenten und hässlichen Counterpart. Muss sein.

Rein inhaltlich ist es vorhersehbar, was es aber nicht automatisch langweilig macht. Wenn man sich auf einen normalen Hamburger freut, ist man ja auch nicht enttäuscht, wenn man selbiges Massenprodukt auf seinem Teller vorfindet. Ok, es wird nicht viel im Gedächnis bleiben davon. Aber es macht für eine Weile satt. So wie dieser Film. Er unterhält für zwei Stunden und das sogar erstaunlich gut. Diverse Szenen werden durch Sprüche entschärft, bevor sie zu platt werden, die Charaktere agieren netterweise mal realistisch. Das Liebesgeplänkel nervt auf Dauer etwas und man möchte ab und an auch mal die Vorspultaste drücken, aber es quält einen auch nicht zu arg.

Optisch schön ist es allemal, mit den Außerirdischen hat man sich Mühe gegeben, der Heimatplanet der Laternen ist auch hübsch geworden. Das Monster leider nicht so, und blöd ist es noch dazu, aber damit kann man leben.

Insgesamt gesehen war ich doch positiv überrascht, ich hatte zwei Stunden Spaß und es gab einiges zu sehen. Der Hauptdarsteller war nicht so nervig wie gedacht, die Laternen-Effekte (wer die hat, kann sich damit aus Licht alles erschaffen, was er sich nur vorstellen kann) sind unterhaltsam und es war schön, mal wieder den Weltraum auf der großen Leinwand zu sehen. Gibt es viel zu selten!