Billy Talent Konzert 19.08.2013 - Capitol Hannover

Rockkonzerte sind ja an und für sich eine gute Sache. Warum sind nur 90% aller Vorbands ein absoluter Griff ins Klo?

Während beim Billy Talent Konzert in Berlin mit Antiflag die endgeilste Vorgrupe der Welt aufgetreten ist, hatten sie beim Konzert in Hannover "The Drowning Men" dabei. Der Name ist Programm. Selten habe ich mich so gelangweilt. Den Zuschauern um mich herum ging es ähnlich, verblüfftes bewegungsloses Starren war angesagt. Stellenweise musste man leicht mitzucken, weil ein Schlagzeug immer noch ein Schlagzeug und ein Beat immer noch ein Beat ist. Doch dann hat dieser arme Mann wieder gesungen....

Hier zwei Stimmungsbilder im Vergleich:



Zu mehr als höflichem Klatschen liess sich niemand hinreissen und alle waren froh, als nach gefühlt endloser Zeit die Band die Bühne verliess.
Es folgte, wie immer, eine ewig lange Umbaupause... um 21:20 war die Stimmung endgültig im Keller.

Was sich zum Glück innerhalb von Sekunden wieder änderte, denn unbestrittenerweise haben Billy Talent mit Road to Absolution/Viking Death March einen der besten Concert-Opener, den es gibt, im Programm. Erst anderthalb Minuten warmsingen und dann... EXTREMHÜPFEN!

Und noch mehr EXTREMHÜPFEN!

Heidewitzka, Berührungsängste sollte man bei so etwas nicht haben, es fällt auf, dass die Fans extrem nett und umsichtig sind, trotz der Pogotanzerei und dem Rumgeschubse artet es niemals aus, wenn Leute hinfallen wird ihnen hochgeholfen, es hat sich sogar jemand bei mir entschuldigt fürs Anrempeln. Unglaublich! Ein höfliches Miteinander wie man es aus den alten Hardrockzeiten kennt. Prima! Wahrscheinlich auch deswegen, weil hier keine kreischenden Mädchen versuchen, möglichst nahe an die Band zu kommen und das Publikum größtenteils aus Festivalveteranen besteht. Freundliches Pogo. Ich staune immer noch.

Es war LAUT und das Capitol in Hannover ist auch sehr klein und stickig, aber hier macht es Spass zu rocken. Im Berliner Stadion war ich zu weit weg und die Band war auch nicht gut drauf. Hier hingegen hatte der Sänger sogar Zeit für ein paar Geschichten. Kurz zuvor hatte er sich z.B. die Lippe blutig geschlagen, als er beim Singen von "Should I stay or should I go" mit den Toten Hosen besonders cool sein wollte. "The things I do for Rock...."

Fazit: Genauso sollte ein Rockkonzert sein! Laut, heiss, Schlagzeug, Gitarrenriffs, Musik die man mitschreien kann, gute Texte (weder Liebeslieder noch irgendwelchen "guck mal wie ich tanze"-Schwachsinn), Bewegung, Klatschen, eine Band die voll in der Musik aufgeht... einfach nur genial!

Leider fehlten einige meiner Lieblingslieder und ich kann das blöde "Surrender" und "Rusted from the rain" nicht leiden... seufz... aber das ist Jammern auf hohem Niveau!

Die Setlist:

  • Lonely Road to Absolution / Viking Death March
  • Devil in a Midnight Mass
  • The Ex
  • Love Was Still Around
  • This Suffering
  • Stand Up and Run
  • Show Me the Way
  • Rusted from the Rain
  • Saint Veronika
  • Surrender
  • Runnin' Across the Tracks
  • Diamond on a Landmine
  • This Is How It Goes
  • Turn Your Back
  • Try Honesty
  • Devil on My Shoulder
  • Fallen Leaves
  • Surprise Surprise
  • Red Flag