The World's End

Die Engländer beweisen mal wieder, dass sie den besten Humor haben. Wer sonst schafft es, hemmungslos rumzublödeln, ohne dabei in peinlichen Klamauk auf Furzwitzniveau abzusinken, wie es amerikanische Buddy-Komödien leider viel zu oft tun. Mit The World's End präsentieren uns Simon Pegg und Nick Frost den dritten Teil ihrer "Cornetto"-Trilogie. Nach dem Zombie- und Copfilmgenre dreht sich die Geschichte diesmal um Außerirdische. Aber erfrischenderweise bildet diese Bedrohung nur das Gerüst für einen sehr cleveren Midlife-Crisis-Buddy-Movie.

Nach über zwanzig Jahren kommt dem Protagonisten die Idee, die Pubtour, die er und seine vier Freunde nach dem Schulabschluss unternommen hatten, noch einmal zu wiederholen. Denn der damalige Trip war nicht vom Erfolg gekrönt. Die 12 Pubs des kleinen Städtchens Newton Haven, die sogenannte goldene Meile, gilt es in nur einer Nacht abzuschreiten und in jedem Pub mindestens ein Ale zu trinken. Damit waren die Jugendlichen überfordert. In der Einleitung des Filmes wird diese erste Tour nacherzählt und wie man später erkennt, durchleben die fünf Freunde zwanzig Jahre später tatsächlich annähernd die gleichen Stationen und Ereignisse. Nur auf eine extrem chaotisch überspitzte Weise. Der Junggeselle Gary beschliesst also, die Band wieder zusammenzubringen und trommelt seine vier Freunde zusammen. Allerdings nicht ohne Widerstand, denn aus denen sind inzwischen Familienväter, Geschäftsmänner, Erwachsene mit Lebensplan geworden, während Gary immer noch den alten Zeiten nachtrauert, als er der Coole der Schule war. Dennoch gelingt es ihm, den Trip nach Newton Haven zu planen und eines schönen Freitags um drei landen die fünf in Pub Nummer 1. Und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.....

The Worlds End liefert uns eine wirklich wunderbare Chaosgeschichte. Skurril und größtenteils vorhersehbar, aber dennoch logisch aufgebaut und konsequent durchgezogen. Der Fokus liegt auf der Gruppe von Freunden und ihren Beziehungen zueinander. Schicht für Schicht wird aufgedeckt, was in ihren Leben eigentlich wirklich vor sich geht und wie sie damit umgehen. Zugegeben, wir haben es hier mit Boyband-Stereotypen zu tun. Aber vom Unterhaltungsfaktor her funktioniert das gut und die Schauspieler setzen die Charaktere sehr gut um, allen voran natürlich Simon Pegg, der sich hier so richtig ausleben kann. Dass diese Gruppe nun einer externen Bedrohung durch Außerirdische ausgesetzt wird, ist im Grunde nur ein die Geschichte vorantreibendes Element, für mich war es tatsächlich auch nur sekundär wichtig, ich hatte viel mehr Spass mit den Leuten an sich als mit der eigentlichen Geschichte. Auch wenn diese am Ende in einem sehr würdigen Stand-Off und einer glühenden Rede für die Emanzipation der Menschheit gipfelt.

Insgesamt gesehen war der Film völlig anders, als ich erwartet hatte. Ich dachte, es würde auf dem Niveau von Shaun-of-the-dead bleiben und das Ganze nur noch mal mit Außerirdischen sattt mit Zombies nachspielen. Irrtum, das ging um einiges tiefer und war deutlich spassiger! Für mich echt der Überraschungshit des Spätsommers. Vor allem, weil er endlich eine befriedigende Erklärung liefert, warum all die Leute sich so verändert haben in den letzten Jahren und man selber nicht (und wer ertappt sich nicht dabei, diesem Gedanken einmal nachzuhängen). Achten Sie in Zukunft einfach einmal darauf, ob all diese fantasielosen erwachsenen Leute, die sie so kennen, nicht doch blau bluten, wenn sie sich in den Finger schneiden.....