Dhoom 3

Hmm... eigentlich ja ein ganz guter Film, aber es ist kein Dhoom-Film. Ob die beiden indischen Polizisten nun mitspielen oder nicht, spielt letztendlich gar keine Rolle. Das hätte man komplett weglassen und sich allein auf die Hauptgeschichte konzentrieren können. Ein beliebiger Kommissar, von mir aus auch mit indischem Hintergrund, hätte genügt. Die Geschichte überzogenerweise in ein Dhoom-Skelett einzupassen war mehr als unnötig. So hätte man auch etliche Szenen weglassen und das Ganze straffen können. Wozu z.B. die Exposition in Indien? Die hatte mit dem Fall nichts zu tun. Oder war das so eine, es ist ein Bollywood-Film, wenn da so gar nichts in Indien spielt, geht keiner ins Kino, Geschichte? Es waren lustige Prügeleien, keine Frage, aber es störte in jedem Fall.

Kurz zur Geschichte: Die frühen 90ger, ein indischer Zirkus in Chicago geht pleite, obwohl sie eine ganz passable Show haben. Natürlich haben die bösen Banker schuld daran. Der Sohn des Zirkusdirektors muss mit ansehen, wie sich sein Vater erschiesst.  Zwanzig Jahre später ist er ein recht passabler Bankräuber geworden, raubt aber nur Filialen der Kette aus, die damals seinen Zirkus ruiniert haben und hat nebenbei noch genug Zeit, in dem alten imposanten Theatergebäude, das seit x Jahren leersteht (ist recht, Chekov... *kopfschüttel*) eine neue Zirkusshow auf die Beine zu stellen.

Eine hübsche Frau bewirbt sich dort bei ihm und wird Primaballerina. Auch hier zu lange überzogene Szenen, die die Geschichte nicht vorantreiben.

Weil bei den Banküberfällen immer indische Graffiti gefunden werden, beschliessen die Amis, mit der indischen Polizei zu kooperieren, aus Mumbay reisen die beiden Dhoom-Helden an. Wieso, weshalb, warum, das wird die Welt nie erfahren.

Es wird wieder eine Bank ausgeraubt, es kommt zu ewig langen Verfolgungsjagden mit Motorrädern die transformermäßig tolle Sachen machen und auch unter Wasser fahren können.

Dann.. trommelwirbel... die Enthüllung, dass der Bankräuber einen behinderten Zwillingsbruder hat, von dem keiner weiß, mit dem er einen Prestige-mäßigen Zaubertrick in seinem Zirkus abziehen kann und der auch ganz toll Banküberfälle planen kann. Dieser verliebt sich aber nun in die Frau von oben und meint, er hätte Chancen bei ihr, das sieht sein Bruder anders. Wie auch immer... sie rauben noch mal ne Bank aus, es geht schief, Verfolgungsjagd... sie stürzen sich gemeinsam in den Tod.

Jaaaa.... ich bin extrem zwiespältig in meinem Urteil. Die Effekte waren extrem gut, wer auf Verfolgungsjagden steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Grundidee ist auch sehr gut, aber die Gesamtkomposition ist... nichts ausgewogen. Es passt alles nicht zusammen. Das ist wie ein Leberwursterdbeersahnesalamirosenkohlauflauf. Manches mag man davon und ist einzeln auch echt super, aber zusammen ist es irgendwie zuviel. Wenn ich einzelne Szenen des Filmes alleinstehend betrachte, möchte ich sagen, Applaus, ganz großes Kino, wirklich super. Die Zirkusbühnenshow, phantastisch! Die Verfolgungsjagden, phänomenal! Die Banküberfälle, spannend!

Alles zusammen: WTF? Wieso, weshalb, warum? Das passt alles nicht zusammen :(

Dazu kommt noch, dass jeder Schauspieler für sich alleine spielt. Sie machen ihre Sache gut, aber es harmoniert einfach nicht zwischen ihnen. Und der bedauernswerte Hauptdarsteller hat auch noch ein regelrechtes Backpfeiffengesicht....ok, da kann er nichts dafür... trotzdem.... aaaarg... wenn dann noch alle mit der Aura des Sich-megageil-Findens herumlaufen... AAARG....

Als kompletter Film vom Anfang bis zum Ende schwer zu ertragen. Aber einzeln, in kleinen Häppchen... doch nicht zu schlecht. Und das ärgert mich maßlos. Wenn da noch mal ein anderer Regisseur drübergeguckt hätte, hätte es was ganz Großes werden können.

So bleibt es nur ein Ungefähr. Wirklich extrem schade um die gute Idee!