The Patriot
Der Film hält, was der Titel verspricht, es geht patriotisch zu, wie in den anderen Emmerich-Filmen zuvor motivieren auch hier geschwenkte Fahnen die Akteure zum Äußersten und stellenweise trieft der Pathos schwer ertragbar aus allen Ecken und Enden. Zum Glück hat der Film aber auch einige ganz nette Szenen und die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, so daß man nicht allzu arg leiden muß.

Benjamin Martin (Mel Gibson), ein friedlicher Farmer und Ex-Soldat, der mit seinen sieben Kindern recht glücklich ist. Doch seine Söhne wollen zum Militär und der Unabhängigkeitskrieg rückt näher und näher, bis er schließlich buchstäblich auf seiner Veranda stattfindet, wobei ein Kind ins Gras beißen muß. Jetzt ist Papa motiviert, denn so geht es ja nicht, rettet Kind Nummer Zwei (Heath Ledge) mit Hilfe von Kind Nummer Drei und Vier in einer recht blutigen Schnetzelaktion, verbringt die Kinderschar zu seiner Schwägerin und gründet zusammen mit Kind Nummer Zwei (siehe oben) und diversen zusammengesammelten Bürgern eine Miliz, die sich im Verlaufe des Filmes recht erfolgreich durch diverse Rotröcke schlachtet und schließlich sogar, man glaubt es kaum, das entscheidende Gefecht am Ende des Krieges für sich entscheidet. Es lebe Amerika!

Ok, ok, ich ahnte ja schon, was mich erwarten würde bei einem Film von Roland Emmerich. Spätestens seit "Independence Day" und "Godzilla" wissen wir's alle. Man muß den Amerikanern nur mit genügend gut begründetem Patriotismus kommen und schon klingeln die Kassen. Aber mich hatte auch eher der Name Mel Gibson in die Kinos gelockt und aus dieser Sicht lohnt es sich wenigstens.

Schauspielerisch betrachtet ein sehr guter Film. Gibson leistet solide Arbeit, aber auch sein Gegenspieler, Jason Isaacs, ist nicht zu verachten und sein Sohn hat auch so einiges drauf, so daß es Spaß macht, diese Leute agieren zu sehen.
Langweilig wird es trotz der knapp drei Stunden Länge nicht.

Storytechnisch hat man sich große Mühe gegeben, die Beweggründe der Hauptcharaktere zu erläutern und nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, Kriege seien eine coole Zeitbeschäftigung. Nichtsdestrotrotz wirkt es an manchen Stellen so, wenn sich die gegnerischen Parteien auf dem Schlachtfeld treffen und streng nach den Regeln des Krieges abballern lassen. Zumindest das Fußvolk, denn Offiziere tötet man ja nicht. Man nicht, Martin schon, was ihm einiges an Unmut entgegenbringt.
An sowas können doch nur Männer Gefallen finden, oder?
Ich kenne mich da in der Ära nicht so aus, nehme aber schon an, daß die Schlachtszenen gut recherchiert sind, auf jeden Fall wirken sie echt, sind sehr blutig und verdeutlichen einem den eigentlichen Irrsinn eines mit Fußtruppen ausgefochtenen Krieges.

Kameratechnisch hat man sich bei den Massenschlachtszenen an "Gladiator" orientiert und eine Zeitraffer-Kameraführung verwandt, die den Kampf sehr hektisch und schnell wirken läßt. Zusätzlich wird das mit Zeitlupeneinstellungen gemischt, sieht eigentlich ganz gut aus, trotzdem kann einem bei dem Geschwanke schlecht werden.

Fazit:
Nuuuuuuun.....kein besonders toller Film, kein Film, bei dem ich nach dem Aufstehen rufe "Ja, das war genial! Das muß ich noch mal sehen!" Handwerklich sehr gut gemacht, man glaubt sich in die Zeit des Unabhängigkeitskrieges zurückversetzt. Trotzdem für meinen Geschmack etwas zu schmalzig, was auf Dauer gen Ende hin einfach nur nervt. Spaß gemacht hat es und die Schauspieler waren es eigentlich auch wert. Aber nicht so der Hit.
Schaut's euch ruhig an, aber erwartet nicht zuviel. Wer blutige Massenkampfszenen mag, wird es auf jeden Fall lieben.