The talented Mr. Ripley
Wir schreiben das Jahr 1958. Thomas Ripley, Klavierstimmer und Gelegenheitsarbeiter, trifft eines Tages bei einem Job zufällig auf einen reichen Reedereieigner. Da dieser irrtümlich annimmt, Tom sei mit seinem Sohn auf derselben Schule gewesen, beauftragt er ihn, nach Italien zu fliegen und selbigen zu überreden, zurück nach Hause zu kommen. Für 1000$ nimmt Tom den Job an und trifft bald auf seine Zielperson, Richard "Dickie" Greenleef und dessen Verlobte Marge. Sie freunden sich an und genießen das süße Playboyleben.
Tom fühlt sich mehr und mehr zu Dick hingezogen und als dieser ihn zurückstößt, kommt es zum Mord. Der talentierte Mr. Ripley, der von sich behauptet, jeden imitieren zu können, zieht sich nach Rom zurück und lebt dort unter dem Namen und auf Kosten Richard Greenleefs, aber schnell holt ihn die grausame Tat ein und er muß wieder morden, um sie zu vertuschen, und wieder....und wieder....

Erstklassige Schauspieler, erstklassige Story, erstklassige Aufnahmen, erstklassiges Feeling. Eine sehr gut gemachte Neuverfilmung. Leider kann ich mich an das Original "Nur die Sonne war Zeuge" mit Alain Delon nicht mehr so recht erinnern, deswegen kann ich an dieser Stelle auch keine Vergleiche ziehen.
Für sich betrachtet ist dieser Film eine reine Charakterstudie, man hat richtig Mitleid mit dem Täter, dessen Handlungen nachvollziehbar geschildert werden.
Dem Regisseur ist es sehr gut gelungen, das Dolce-Vita-Feeling der jungen Reichen der späten fünfziger Jahre rüberzubringen und es mit phantastischen Bildern Italiens und gut plazierten Jazzeinlagen zu verbinden.
Action und/oder Spannung findet man eigentlich nicht, der Film lebt einzig von der Spannung zwischen den Hauptfiguren, der immer wieder angedeuteten unterdrückten und nie ausgelebten Homosexualität, dem Kontrast zwischen Tom, der nichts hat und den reichen Amerikanern, die alles haben, es aber verachten.

Mit guten Gespür hat der Regisseur die richtigen Hauptdarsteller ausgewählt.
Matt Damon, der auf mich immer irgendwie wie ein hilfloses ausgesetztes Hundebaby wirkt, als Tom Ripley, Jude Law als selbstsicherer und selbstherrlicher Playboy Richard Greenleef und schließlich Gwyneth Paltrow als verletzliche Marge, die von Dick immer wieder zurückgestoßen wird. Alle drei liefern eine sehr gute Darbietung und allein ihre Interaktionen zu beobachten, ist schon das Kinogeld wert.

Ein ruhiger Film, der viel für's Auge bietet und bei dem es einfach Spaß macht, die Hauptdarsteller zu beobachten. Sehr gut gelungen, sehr zu empfehlen. Perfekte Kinounterhaltung für die große Leinwand.