The legend of Bagger Vance
Mal wieder ein Film von Robert Redford, d.h. es geht ans Herz, ist aber zum Glück nicht schnulzig dabei, sondern bleibt trotz allem locker und beindruckt durch sehr schöne Bilder.

Randolf Junnah (Matt Damon) ist ein vielversprechendes Golftalent aus Savannah (Georgia) und verlobt mit der reichsten Partie der Stadt (Charlize Theron). Dann kommt der erste Weltkrieg und nichts ist mehr so, wie es mal war für Junnah. Er taucht für zehn Jahre unter und kehrt danach als gebrochener Mann zurück. Der Vater seiner Verlobten hatte inzwischen ein luxuriöses Golf-Ressort eröffnet, das aber aufgrund der vorherrschenden Weltwirtschaftskrise in die Pleite schlidderte und so brachte er sich um. Junnahs Verlobte versucht zu retten, was noch zu retten ist und organisiert ein Golfturnier mit den zwei besten Golfspielern Amerikas.
In einer Stadtversammlung wird beschlossen, Junnah für Savannah in dem Turnier antreten zu lassen. Aber wird es ihnen auch gelingen, den depressiven jungen Mann zum Spielen zu überreden? Da taucht ein mysteriöser Caddy namens Bagger Vance (Will Smith) auf, durch den Junnah schließlich seinen Schwung wiederfindet und zu Höchstform aufläuft.

Eine lange Geschichte, die am Anfang des Filmes ein bißchen zu sehr Gas gibt und vieles nur oberflächlich streifen kann, um den Film nicht noch mehr zu verlängern. Dies ist leider nur zu deutlich spürbar, ich hätte gerne noch mehr über die Hintergründe und die Zeit vor dem Krieg erfahren. So hat der Zuschauer kaum Zeit, Vergleiche zu ziehen zwischen dem jungen optimistischen und dem depressiven Junnah. Klar, der Film wäre viel zu lang geworden, zugegeben...ist trotzdem schade drum. So wird man geradezu in die Geschichte hineingeschmissen und alle Charaktere werden quasi im Schnellvorlauf vorgestellt, bevor es zur Sache geht.
Der Rest der Geschichte wird dafür recht ausführlich erzählt, der Film hat aber keinerlei Längen oder gar unnötige Szenen. Alles ist so, wie man es sich als Zuschauer wünscht.

Eine Überraschung war für mich Will Smith. Ich hätte nie gedacht, daß er es schaffte, diese Rolle gleichzeitig so ernst und so locker hinzulegen. Ich habe ihn wirklich unterschätzt, aber da er bis jetzt immer nur in Komödien mitspielte, hatte er anscheinend nie die Gelegenheit sich zu profilieren und zu zeigen, was eigentlich für schauspielerische Fähigkeiten in ihm stecken. Hut ab! Bagger Vance ist keine leichte Rolle, der Schuß hätte schnell nach hinten losgehen können. Robert Redford hat mit Will Smith eine Idealbesetzung gefunden.
Matt Damon hingegen scheint langsam irgendwie auf 20ger-40ger Jahre Rollen prädestiniert zu sein, mit einer anderen Frisur kann ich ihn mir schon gar nicht mehr vorstellen. Aber er macht seine Sache sehr gut und ist auch sehr überzeugend. Klasse!
Charlize Theron hat leider nicht so viel zu sagen und zu zeigen, sie wird wohl noch ein bißchen brauchen, bis sie ihren eigenen Stil findet.

Ein interessanter Film mit vielen schönen Bildern. Vom Feeling her erinnerte es mich ein bißchen an Costners "Feld der Träume". Sollte man auf keinen Fall verpassen, denn solche Filme sind selten und auch sehr mutig. Ich hätte mir das ganze auch gut in schwarz-weiß gedreht vorstellen können. Dann hätte es noch mehr an einen guten alten soliden Spielfilm erinnert.
Empfehlenswert!