The Mummy
Die Geschichte ist wohl fast so alt wie das Kino selbst. Der altägyptische Hohepriester Imhotep liebt die Frau des Pharao, zusammen bringen sie selbigen um und werden dafür bestraft. Imhotep wird lebendig mumifiziert und ein grauenhafter Fluch wird über ihn verhangen, demzufolge er, sollte er geweckt werden, Unheil ohne Ende in Form der sieben ägyptischen Plagen bringen werde. Rein strategisch betrachtet eine recht unlogische Vorgehensweise, denn warum sollte ich meinen Feind mit einer derartigen Macht ausstatten? Da wäre es wohl besser gewesen, ihn einfach so zu verscharren und ab dafür. Aber naja, dann gäbe es auch keinen zugehörigen Film und das wäre echt schade drum. Wahrscheinlich wurde auch deshalb das Buch mit dem praktischen Aufwecksprüchlein unmittelbar in der Nähe der Mumie versteckt.
Jahrhunderte später jedenfalls, 1925, suchen viele verschiedene Leute nach der antiken Totenstadt Hamunaptra. Da wäre zunächst einmal der Held, ein Abenteurer und Draufgänger (und auch was fürs Auge J), eine leicht trottelige aber niedlich aussehende Ägyptenforscherin, ihr Bruder, vier Amerikaner, die auf den sagenhaften Schatz scharf sind, ein schleimiger kleiner Opportunist, ein dicker schmieriger Gefängnisdirektor, ein feuriger Tuareg und last but not least, die MUMIE (auch was fürs Auge...wow....). Kurzum eine bunte Mischung hübsch stereotyper Charaktere, was bei diesem Film aber überhaupt nicht negativ gemeint ist.

Nach einer kurzen Charaktervorstellung (schön gemacht, das ganze beginnt mit eindrucksvoller Action, flacht dann ab und schwillt wieder an, genau wie ein guter Film sein sollte), beginnt das Rennen zur geheimnisvollen Stadt, die Mumie wird entdeckt, die ersten Leutchen sterben und das Drama nimmt seinen Lauf. Der Film überrascht nicht sonderlich von seiner Storyline her, aber er fällt durch kleine nette Einfälle durchaus positiv auf, viele Momente werden mir wohl dauerhaft im Gedächnis bleiben....

Beeindruckend sind bei diesem Film natürlich zunächst einmal die Spezialeffekte: die stellenweise computeranimierte Mumie (Terminator 2 läßt grüßen), die faszinierenden Sandeffekte, der Reiterangriff am Anfang, die vielen Mumien am Ende, ganz zu schweigen von den Krabbelkäfern, die einem im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen...doch....mit sehr viel Mühe gemacht.
Gleiches gilt für die Kulissen, man fühlt sich wirklich in die heiße sandige Umgebung und die kühlen feuchten Tunnelgewölbe der Totenstadt hineinversetzt.

Viel mehr beeindruckt hat mich allerdings die Leichtigkeit, mit der dieser Film daherkommt. Kein Problemgeschwafel, keine langen Erklärungen, keine langatmigen Szenen, keine übertriebenen Effekte, kurzum, man fühlt sich in einen alten spritzigen Schwarz-Weiß-Film der 40ger Jahre zurückversetzt (ihr wißt schon, diese Cary-Grant-Teile). Dieses Gefühl zieht sich durch die ganzen 124 Minuten, die zugegebenermassen recht flachen Dialoge und die netten Schockeffekte, bei denen das ganze Kino zusammenzuckte.

Kurz gesagt, perfekte Kinounterhaltung! Ich habe mich lange nicht mehr so wohl amüsiert über einen Film, der sowohl witzig als auch spannend ist. Sein Geld definitiv wert und das ideale für einen lauen Sommerabend.