Armageddon
Eigentlich hätte ich bereits ahnen können, was da auf mich zukommt, als ich hörte, daß es vom selben Regisseur stammt, der bereits zuvor "The Rock" fabriziert hatte.
Pathos, Pathos, Pathos.... SEUFZ!

Die Geschichte ist schnell erzählt, wieder einmal droht ein Komet, die Erde zu zerstören. Die Nasa plant ein Team hochzuschicken, welches ein Loch in den Himmelskörper bohrt und eine Bombe zwecks Sprengung darin versenkt. Und da gestandene Astronauten nun mal keine Ahnung vom Bohren haben, holen sie sich einen Spezialisten (Bruce Willis) samt Team heran. Der hat zwar keine Ahnung vom Weltall, aber was soll's, wer jahrelang Löcher in die Tiefsee bohrt und auch ansonsten ein knallharter Kerl ist, der wird ja wohl auch mit solchen Details zurechtkommen.....
Und so werden die wackeren Bohrerburschen ins All entsandt, während sich das brave Töchterlein daheim die Augen nach Papa und ihrem Lover ausheult. Diverse Schwierigkeiten werden alsbald überwunden, etliche Mannen beißen ins Gras, aber letztendlich rettet Willis und damit auch die U.S.A. mal wieder die Welt....

Tscha....trotz des dürftigen Plots hätte es ein guter Film werden können. Die Effekte waren vollendends in Ordnung, prima anzusehen, gut gemacht. Paris wurde gesprengt, was mir beinahe Freudentränen in die Augen trieb, die New Yorker Innenstadt durch ein paar Feuerbälle plattgemacht, irgendwo im Südpazifik gab es auch Tote...auch die Landschaft auf dem Asteroiden war gut dargestellt, ebenso das technische Gerät etc.
Der Film ließ sich ganz gut an, man bekam die Charaktere ausreichend aber nicht übermäßig vorgestellt, konnte sich gut an sie gewöhnen, das war ok. Aber ungefähr in der Mitte des überlangen Filmes, als die Rakete dann endgültig startete, verlor sich mit ihr der Film in den Weiten des Weltalls. Von nun an reihten sich sehr sinnlose Effekte aneinander, die dürftigen Dialoge verschwammen....kurz gesagt, trotz guter Effekte wurde es stinklangweilig. An absolut keiner Stelle bangte man um die Protagonisten oder die Welt oder überhaupt um irgendetwas. Es kam keine Spannung auf.

Es wurde zwar versucht, die Effekte gleichmäßig über den Film zu verteilen und nicht wie bei "Deep Impact" mit dem großen Knaller bis zum Schluß zu warten, aber auch das rettete nichts. Wie in einem Hollywood-Lehrbuch begann der Film mit einer dramatischen Einführung (Attacke auf New York), stellte dann erstmal die Charaktere vor, sparte auch da mit Action-Einlagen nicht, baute an den richtigen Stellen schnulzige Liebesszenen ein, und würzte alles kräftig mit einer Dosis Pathos und gutem amerikanischen Patriotismus. Das alles machte den Film jedoch nicht besser. Er war zwar nett anzuschauen, schaffte den Sprung aus der Mittelmäßigkeit heraus aber nicht. Schade eigentlich....ich hatte mich wirklich drauf gefreut.