Blast from the past
Mal wieder ein Film, bei dem der deutsche Titel ziemlich abschreckend wirkt. "Blast from the past", so der Originaltitel, trifft das ganze besser und ist um einiges aussagefähiger. Trotzdem habe ich lange gezögert, bis ich mir den Film auslieh, denn auch die Beschreibung auf der Verpackung ist nicht gerade anregend. Zu Unrecht, was mal wieder besagt, daß man sich nie allein nach den Verpackungen orientieren sollte.

Wir schreiben das Jahr 1962, Amerika schliddert unter Kennedys Führung gerade in die Kuba-Krise und der KALTE KRIEG wird noch großgeschrieben. Ein leicht paranoides Genie baut sich in seinem Garten einen Atombunker, den er mit seiner hochschwangeren Frau bezieht, als er einen GAU vermutet. Teilweise zu Recht, denn wenige Minuten später stürzt in seinem Garten ein Kampfflieger ab und begräbt das Haus unter sich, was der Bunker zum Anlaß nimmt, sich selbst automatisch für 30 Jahre zu verriegeln.
Das Ehepaar wird allgemein für tot erklärt und zieht im folgenden in dem Glauben, die Welt sei komplett verstrahlt, seinen kleinen Sohn Adam groß.
30 Jahre später öffnet sich der Bunker wieder und mutig steigt der Vater empor in eine für ihn postatomare Welt, die sich für ihn völlig verändert hat und mit der er nicht mehr klarkommt. Sie beschließen, sich erneut einzuschließen, allerdings gehen ihnen langsam die Vorräte aus und da Papa nicht mehr so ganz fit ist, schicken sie den jungen Adam los, der sich nicht nur Lebensmittel, sondern letztendlich eine Frau holt....

Wie man sich vorstellen kann, bietet dieser Kontrast, wohlerzogener Typ aus den 60ger Jahren trifft ohne Übergang auf die 90ger, eine Menge Platz für Situationskomik und dessen Hauptcharakter Adam hat einen ganz eigenen herrlich unschuldigen Charm, der wirklich sehenswert ist.

Der Film ist einfach herrlich übertrieben, die Schauspieler können hier richtig aus dem vollen schöpfen und geben ihr bestes. Allen voran brilliert natürlich Brendan Fraser als Adam mit niedlich altmodischem Gehabe, Alicia Silverstone als durchaus normales Mädchen der 90ger, Christopher Walken als Vater und Sissy Spacek als Hausmütterchen. Astrein, da macht das Zuschauen Spaß.

Sonst gibt es vom rein technischen her nichts besonderes zu berichten....außer der skurril anmutenden 60ger Jahre Ausstattung, die gut gelungen ist. Wer erinnert sich nicht an solche Tapeten...*würg*

Insgesamt gesehen ein sehr sehr spaßiger Film, sehr komödiantisch, viele seltsame Typen, etwas flach teilweise, aber ganz nett. Prima Sommerkomödie, an der es nicht viel zu mäkeln gibt. Sollte man sich mal angesehen haben, und Brendan Fraser ist ja auch irgendwie goldig. Wir haben sehr gelacht.