Gladiator
Okay, dachte sich Hollywood. Da gab es doch damals diese Monumentalfilme. Sie waren drei Stunden lang, beeindruckten durch pompöse Kulissen und sich tummelnde muskelbepackte halbnackte Männer und die Leute liebten es. Hm....das muß sich doch auch heute noch wiederholen lassen?
Richtig....

Maximus (Russel Crowe) ist ein erfolgreicher und beliebter Kriegsherr der Römer. Nach einem gelungen Eroberungsfeldzug in Germanien beauftragt ihn der sterbende Kaiser Marcus Aurelius, dabei zu helfen, die Macht Roms wieder in die Hände des Senates statt der Imperatoren zu legen. Dessen Sohn Commodus(Joaquim Phoenix) findet die Idee begreiflicherweise nicht gut, bringt den Alten um, ernennt sich selbst zum Kaiser und läßt Maximus töten.
Letzteres gelingt nicht, logisch, sonst wäre der Film ja auch schon vorbei, unser Held flieht auf sein Landgut in der Toskana, nur um Frau und Sohn daniedergemetzelt vorzufinden. Er gerät in die Hände eines Sklavenhändlers, der ihn zum Gladiator macht und so führt ihn sein Weg bald in das Kolosseum Roms und vor die Augen Commodus.

Ich will hier nicht zu viel verraten, nur daß es sich um einen wirklich sehr schönen Film handelt. Es gibt nicht viel Hintergrundgeschichte, keine tollen Dialoge, aber das, was es gibt, ist gut durchdacht, gut aufgebaut und nicht übertrieben. Eigentlich ist es ein sehr langsamer Film, der sich Zeit läßt für Großaufnahmen der Hauptcharaktere und sehenswerte Kampfszenen, logisch, man hat ja drei Stunden Zeit für relativ wenig Ereignisse.
Hervorzuheben ist besonders die Kameraführung, die meines Erachtens das erste Mal auf diese Art in einem Kinofilm eingesetzt wurde. Sämtliche Kampfszenen wurden in einer Mischung aus Zeitraffer und Zeitlupe gedreht, bei der es einem schon mal schwindlig werden kann. Dadurch entstand eine sehr gehetzte Atmosphäre, man bekam das Gefühl, selbst inmitten des Geschehens zu stehen und nur Bruchteile aus den Augenwinkeln wahrnehmen zu können. Sehr schön gemacht. Hat mir gut gefallen.
Auch die beiden Hauptdarsteller glänzen in diesem Film, besser hätte man die Rollen nicht besetzen können. Es ist eine wahre Freude, den ruhigen, stellenweise schon fast tranigen bzw. durch den Tod seiner Frau gelähmten Maximus sowie den leicht irren schwer verzogenen Commodus, der doch eigentlich nur geliebt werden will, zu beobachten. Perfekt!
Was soll ich noch sagen? Der Film war ganz ganz toll, sowohl vom Feeling, als auch von den Schauspielern, der Story, der Musik, der Machart her. Es gab keine Stelle, der ich nicht bedingungslos zustimmen kann oder bei der man das Gefühl hat, man hätte es anders oder gar besser machen können. Wie gesagt, Story und Dialoge zwar sind flach, aber insgesamt betrachtet stört es überhaupt nicht, es paßt genau rein.

Das ist wahre Kinounterhaltung auf die wir lange warten mußten! Bloss schnell anschauen, denn die phantastischen Schlachtszenen werden auf Video wohl nur halb so gut aussehen und es wäre echt schade, so etwas zu verpassen.