John Carpenters Vampires
Die Handlung ist eigentlich recht unspektakulär und konventionell. Jack Crow (James Woods), Vampirjäger im Dienst der katholischen Kirche, geht Tag für Tag seiner blutigen Arbeit nach. Nach einem Routinejob in Mexico spürt er einen Vampirmeister auf, der daraufhin sein ganzen Team kleinschnetzelt (sehr hübsch anzusehen). Jack gelingt die Flucht zusammen mit seinem Partner (noch ein Baldwin...hülfäää, die sind überall) und einer Prostituierten, die bereits gebissen wurde. Sie jagen den Vampir und besiegen ihn letztendlich auch.
Aber hey, es ist ein Horrorfilm, was will man mehr?

Zu beklagen ist mal wieder die mangelnde Intelligenz des Gegenspielers (GÄHN!). Er sieht zwar prima aus und bewegt sich auch gut, aber wie immer bricht ihm seine Überheblichkeit letztendlich den Hals. Wäre das ein echter Vampir, würde er wohl nicht sehr lange in freier Natur überleben können. Auch sonst geht man charakterlich nicht gerade in die Tiefe. James Woods brilliert als zynischer Jäger, das Mädel sieht meistens einfach nur scharf aus und der Baldwin ist...nun eben ein Baldwin...schleimig, aber durchaus mit Herz und Hundeblick. Das Trio komplett macht ein junger leicht trotteliger Priester, der auch etwas Komik in die Geschichte bringt und mit seinem Idealismus einen schönen Kontrast zu Jack Crow bildet.

Nett anzusehen sind die selbstreinigenden Vampire, eben noch voller staubiger Erde sind die natürlich schwarzen Klamotten im Nu makellos. Prima, so was will ich auch!

Passend die von John Carpenter komponierte Musik, sie spiegelt perfekt das Feeling des Films wieder, ein bißchen Blues, ein bißchen Hitze, viel Staub....

Schöne Splattereffekte, ich wußte gar nicht, daß es so was noch auch der großen Leinwand gibt. Und es ist erstaunlich, was man alles mit Fingernägeln anrichten kann, wenn sie nur lang genug sind. Ein wahrer Augenschmaus! Schade nur für die ganzen Leutchen, die einen romantischen Vampirfilm mit vielen Rüschenhemden und Herzschmerz a la "Interview mit dem Vampir" erwarten. Carpenter zeigt uns den Film komplett aus der Sicht des Jägers und das ist wirklich keine saubere Angelegenheit. Trotzdem wird nicht übertrieben (wie z.B. bei Peter Jackson üblich), sondern gezielt zerhackt, geflamed und gebissen. Dem wahren Horrorfan geht dabei ebenso wie einigen Darstellern das Herz auf.

Auch dieser Film hat mir von Anfang bis Ende einfach Spaß gemacht. Es gab viel zu lachen, es gab viel zu sehen, richtig gruselig wurde es nicht, aber das war ja wohl auch nicht beabsichtigt. Schöne seichte Unterhaltung, die dabei aber nicht flach wirkte und der erste richtig gute Horrorfilm seit langem. Carpenter hat es also endlich mal wieder geschafft, was auf die Beine zu stellen. Bravo!