Mission Impossible 2
Mission Impossible...das war es wohl, was der Regisseur dachte, als man ihm diesen Film antrug. Und genauso verhielt er sich dann auch.....

Ein Genforscher erfindet ein neues tödliches Grippevirus samt Gegenmittel, welches natürlich ein paar Übelmeier klauen. Ein Fall für Ethan Hunt (Tom Cruise), der diesmal annähernd auf eigene Faust operiert, unterstützt wird er nur von zwei nicht weiter nennenswerten Pappnasen, die in diesem Film nicht sehr viel tun und einer hübschen Diebin(Thandie Newton), in die er sich prompt verknallt. Als Gegenspieler fungiert ein Ex-Agent, der nicht blöd ist, aber trotzdem nicht viel auf die Reihe kriegt. Dem darf die Diebin den Kopf verdrehen,um an das Virus zu kommen. Das war's grob gesagt.

Ich hatte eigentlich sehr viel von diesem Film erwartet und gedacht, daß er zumindestens so gut wird wie der erste Teil. Pustekuchen. Es gab sehr sehr wenig Action-Szenen und diese waren meist in Zeitlupe gedreht und erinnerten vom Stil her eindeutig an Matrix. Aber was in einem Film gut läuft, läßt sich eben nicht einfach so auf ein anderes Genre übertragen. Es war nicht das, was ich von einem klassischen Action-Film erwarte. Und für etwas anderes waren die Dialoge einfach zu flach und einfallslos, für einen Thriller war es nicht spannend genug.
Von der Logik der Geschichte will ich hier gar nicht erst reden, denn sie war nicht vorhanden, was ich ja verzeihen kann, wenn der Film dafür wenigstens spaßig wäre.
Aber nein, alles schien nur auf die Selbstdarstellung Tom Cruises abzuzielen, wahrscheinlich haben sie auch lange gebraucht, um eine Partnerin für ihn zu finden, auf die er noch hinabschauen kann. Schade, denn meiner Meinung nach hat er das eigentlich nicht nötig, gut schauspielern kann er doch. Was sollte diese Selbstbeweihräucherung? Hausfrauen in die Kinos locken? Aus ihm einen zweiten James Bond machen? Ich weiß es nicht....es paßt jedenfalls nicht.

Was mir als erstes auffiel, war das fehlende Team, eigentlich ein wichtiger Faktor der Mission Impossible Serie. Die Charaktere ergänzen sich gegenseitig, jeder hat besondere Fähigkeiten, was die Geschichten interessant gestaltet. Hier war Hunt im Alleingang unterwegs und agierte den Großteil des Filmes eigentlich nur als Beobachter, sehr interessant....GÄHN!

Einfallslos auch der diesmalige Einsatz der Masken, man wußte im Prinzip immer genau, wann die Charaktere Masken trugen und im Gegensatz zum ersten Teil machten sie sich auch diesmal nicht die Mühe, Gangart, Mimik und Gestik des zu Kopierenden einzustudieren. Blöd!

Gut gefallen hat mir einzig die Anfangsszene, wo sich Hunt als Freeclimber in Szene setzen konnte. Das waren sehr schöne Aufnahmen, die im Kino auf der großen Leinwand einmalig daherkommen. Aber das reißt den Film jetzt nicht raus.

Tscha, was soll ich sagen? Ich hatte von John Woo mehr erwartet. Es war einfach nur langatmig und übertrieben und nicht spannend genug. Lohnt sich definitiv nicht, noch nicht mal, wenn man Tom Cruise-Fan ist. Schön zu beobachten ist einzig der Gegenspieler Sean Ambrose (Dougray Scott), der Sali spontan an eine Mischung aus Ewan McGregor und Andreas Elsholtz erinnerte :)
Lange her, daß ich mich derart gelangweilt habe im Kino.
Schade......