Mission to Mars
Es gibt viele gute Filme, viele mittelmäßige und leider auch viele schlechte Filme da draussen. Aber Mission to Mars grenzt schon fast an Volksverdummmung und es gehört schon viel dazu, diesen Film ganz bis zum Ende durchzustehen, denn mit jeder verstreichenden Minute wird er unlogischer, absurder und lächerlicher. Das ist eine echte Belastungsprobe für jedes Gehirn und die Kitschgrenze wird fast ständig überzogen. Es ist ein echtes Wunder, daß ich keinen Totalschaden davongetragen habe, denn ungefähr zur Hälfte des Filmes brannten bei mir bereits einige Sicherungen durch, darunter wohl auch die, die das Fluchtverhalten eines Menschen steuern, denn irgendwie kann ich mir sonst nicht erklären, warum ich bis zum Ende ausgeharrt habe. Oder war es etwa mein unerschütterlicher Glauben an die Menschheit? Vermutete ich wirklich, das es nur noch besser werden kann? Daß der Film auch nur eine kleine gute Stelle hat? Oder war es reiner Masochismusm? Keine Ahnung...es war auf jeden Fall sehr sehr sehr hart für mich....
Und dabei fing es noch ganz normal an...

. Eine Gruppe von Astronauten brach im Jahre 2020 zu einer Marsmission auf. Kam auch recht fix dort an, fand einen seltsamen Berg und wurde von einem noch seltsameren aber spezieleffekttechnisch sehr sehenswerten Sturm zerfetzt. Ok, keine Probleme soweit. Ich fragte mich zwar, wieso die Astronauten nicht geflohen sind, als sie das Unheil kommen sahen, sie hatten mehr als genug Zeit dazu, aber naja, Dummheit muß halt bestraft werden.
Eine zweite Mission brach anschließend auf, um ein überlebendes Missionsmitglied zu retten.
Die Szenen während des Fluges zum Mars waren dann auch noch ganz nett anzusehen, man hatte hier eine sich drehende Bühne konstruiert, womit an Bord Schwerkraft simuliert wurde. Hübsche Idee, nicht ganz neu (siehe 2001), aber ich wollte noch nicht meckern. An dieser Stelle war de rFilm etwas flau...aber noch erträglich....doch dann begann es. ....
Das Grauen!!!!
Ein Meteoritensturm traf das Schiff, durchschlug die Außenwand, traf zielsicher die Handmitte eines Darstellers (sicher!) und verursachte diverse Lecks im Schiff. Hm...wirklich sehr stabil gebaut das Ganze. Meteoritenstürme sind ja auch was, womit man im All überhaupt nicht rechnet.....tstst..... Ok, Panik, Panik, aber man schaffte es, die Löcher abzudichten, ein irres Besatzungsmitglied weigerte sich, seinen Helm aufzusetzen, obwohl man es ihm mehrfach antrug und überlebte mal eben locker 20% Atmosphäre....SEUFZ!!!
Dann hatte der Tank ein Leck, ungefähr wie mein arg kitschüberastetes Hirn zu der Zeit, und ist explodiert, mein Hirn zum Glück noch nicht, und die Besatzung mußte raus ins All. Da schwebten sie nun, ohne Schiff und versuchten, an einer Versorgungssonde anzudocken, was dem Captain auch gelang, aber er hatte viel zu viel Schwung drauf und wurde ins All geschleudert.
Man versuchte ihn zu retten, hatte aber zu wenig Treibstoff in den Jetpacks, um ihn zu erreichen. Auf die Idee, sich zwei Packs umzuschnallen und hinzufliegen kam man nicht. Auch nicht auf die Idee, sich ein Seil aus der Versorgungskapsel zu schnappen, mit der versorgungskapsel zu ihm hinzufliegen oder was auch immer....jedenfalls brachte sich der heldenhafte Captain selbst um, um seine Mannschaft nicht in Gefahr zu bringen.
Auch mein rollenspielererprobtes Hirn begang ungefähr da Selbstmord....und solche Leute werden Astronauten! Uns fielen spontan mindestens sechs Wege ein, den Captain zu retten, aber nein.....
Naja, jedenfalls landete der Rest des Teams auf dem Mars, traf den letzten Überlebenden, der im Gewächshaus mit Zeltplanen drumrum natürlich genug Sauerstoff hatte um zu überleben (schon recht Chekov!) und fand fix heraus, daß der Sturm, der das erste Missionsteam tötete, gar kein Sturm war, sondern nur ein Verteidigungsmechanismus eines Marsmenschenraumschiffes und daß die menschliche DNA-Codierung per Ton übertragen der Schlüssel war, das Schiff zu öffnen...(AAAAARGLLLL!) Und sie gingen rein und da war dieses....ALIEN....und sie haben sich an den Händen gefasst und Ringelrein getanzt um diese Jugenstil-Alien-Statuen...und.....und....
AAAAAAAAARGLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL

Na, habe ich genug verraten? Genug, um euch von diesem Film abzuhalten? Glaub mir, es war übel. Wirklich übel! Die Spezial-Effekte waren gut. Aber das war auch das einzige. Die Schauspieler waren so flach wie nur irgend möglich, allein Gary Sinise hat noch versucht, das ganze zu retten, aber wie denn, wenn die Story dermassen sinnlos und unlogisch ist?
Also nur die Spezialeffekte waren gut....aber sonst definitiv nichts. Echt nicht. Es war ganz ganz ganz ekelig und unlogisch und langweilig und ..... HILFE!
Tut euch das nicht an, bitte nicht! Es hat schon gereicht, daß ich für euch leiden mußte.
Das einzige, was mir cineastisch noch etwas positiv aufgefallen ist, war die ausgefeilte Anfangsszene einer Abschiedsparty für die Astronauten. Diese Szene war sehr lang und nicht geschnitten und die Kamera fuhr mal hoch, mal runter, immer zu dem gerade benötigten Punkt. Eine sehr interessante Sache, die sich auch später noch wiederfand. Aber das rettet den Film auch nicht. Wirklich nicht. Vielleicht sehen wir sowas ja im nächsten Brian de Palma Film wieder.