Nur über meine Leiche
Man sollte es eigentlich nicht für möglich halten, aber es gibt tatsächlich noch gute deutsche Filme. In diesem Fall sollte man sich nicht vom phantasielosen Videocover oder der Tatsache, daß Katja Riemann mitspielt abschrecken lassen, denn dieser Film kommt nicht (bzw. nur in seltenen Fällen) mit der deutschen Situationskomik á la "Mann rutscht auf Bananenschale aus" daher und er ist auch nicht problemüberladen bis zum geht nicht mehr.

Die Story ist schnell erzählt, im Prinzip handelt es sich ja eigentlich nicht um einen Horrorfilm, sondern eher um Fantasy, eine Geistergeschichte sozusagen.
Das Thema ist klassisch: Ein Mann stirbt, gerät ins Jenseits und schließt mit dem Tod einen Pakt. Wenn es ihm gelingt, innerhalb von drei Tagen drei Frauen zu retten, denen er zu Lebzeiten das Herz gebrochen hatte, darf er wieder leben. Unterstützung erhält er hierbei von seiner Mutter, die im Körper eines Truthahnbratens inkarniert und von einem tierlieben Mauerblümchen, in das er sich natürlich letztendlich verliebt. Während der Zeit der Erfüllung dieser Aufgabe rennt der Mann als Zombie durch die Weltgeschichte, was den Vorteil hat, daß er beliebig angeschossen werden kann, von Häusern fallen kann etc..

Soweit, so gut, theoretisch dürfte den Zuschauer nun eine typisch deutsche HerzSchmerzGeschichte erwarten oder wahlweise eine mit deutschem Humor gespickte Pseudokomödie, wie sie leider viel zu häufig sind. Dem ist aber zum Glück nicht so! Gekonnt hält der Film die Balance zwischen Komik und Tragik. Natürlich ist er eher der leichten Unterhaltung zuzuordnen; dieser Film macht einfach Spaß. Die Schauspieler (Christopher Ort mal wieder in seiner Paraderolle als schleimiger Herzensbrecher Fred) sind passend gewählt und überzeugen in ihren Rollen. Natürlich sind die Charaktere extrem überspitzt dargestellt, aber dennoch handeln sie im Laufe der Geschichte innerhalb der vorgegebenen Parameter.
Die Spezialeffekte können natürlich aufwendigen Hollywoodproduktionen nicht das Wasser reichen, aber die Truthahnpuppe oder der mutierte Fisch sowie Fred's Makeup (wenn er sich im Spiegel verwesen sieht) sind doch recht gut gemacht.
Inhaltlich gibt es keine überraschenden Wendungen, der Zuschauer ist im Prinzip von Anfang an genau im Bilde, wie der Film verlaufen wird, aber es macht trotzdem Spaß, die Handlung zu verfolgen und den Charakteren die Daumen zu drücken.

Insgesamt kann ich allen diesen Film nur wärmstens ans Herz legen, es ist wirklich eine schöne (wenn auch alte) Geschichte, die überzeugend dargestellt wird, der es an Humor nicht mangelt, die mit guten Schauspielern aufwartet und die einfach Spaß macht.