Remo Williams - The adventure begins
Tatatata...hinfort mit dir James Bond, hinfort mit dir, Karate Kid, hier kommt Remo Williams, der Held, der beide Bilder in sich vereinigt, "Best of both worlds" sozusagen. Dieser Film basiert auf der erfolgreichen Destroyer-Taschenbuchreihe von Warren Murphy und Richard Sapir. Diese ist inzwischen bei Band 118 angelangt, seit den frühen Siebzigern entstehen immer wieder neue Bücher, die sich nicht gerade auf Groschenromanniveau bewegen. Ok, besonders anspruchsvoll ist es auch nicht, halt einfach spaßig. Der 1985 gedrehte Film schildert nun die Anfänge der Geschichte und es hätte sich prima eine Serie ähnlich wie die James-Bond-Filme daraus entwickeln können. Zu meinem allergrößten Bedauern blieb es leider bei diesem einen Film (und einer nicht viel mehr erfolgreichen TV-Adaption).
Schaaaaaaade......

Sam Makin ist Polizist in New York. Als Waisenkind aufgewachsen hat er keine Angehörigen mehr, keine Familie, kaum Freunde, aber er mag seinen Job. Bis er eines Tages ungefragt offiziell bei einem Einsatz stirbt und im Krankenhaus mit neuem Gesicht aufwacht. (In den Büchern wird er zum Schein auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet, aber das war den Filmemachern wohl zu hart).
Man stellt ihn vor die Wahl, entweder für CURE, eine geheime Organisation, zu arbeiten, oder hingerichtet zu werden. Natürlich entscheidet sich Sam für ersteres, bekommt seinen neuen Namen Remo verpaßt und lernt seinen zukünftigen Meister, den greisen Koreaner Chiun, kennen, der ihn in die geheimen Kampfkünste der Sinanju ausbilden und zum besten Attentäter der Welt machen wird. Waffen wird Remo nie wieder brauchen, sein Körper wird eine einzige Kampfmaschine sein. Der Film schildert entsprechend den Beginn der Ausbildung sowie Remos ersten offiziellen Einsatz als geheimer Attentäter und dann sind auch leider die zwei Stunden schon vorbei. Zum Glück lassen sich seine weiteren Abenteuer wenigstens nachlesen.

Tscha, was soll ich sagen? Die ganze Idee hat mich damals (und auch heute noch) ziemlich mitgerissen. Das Verhältnis zwischen Remo und seinem Meister ist einfach goldig, die beiden sind sich im Prinzip nur am fetzen. Einfach nur gut.
Interessant sind auch Chiuns Trainingsmethoden, wo sonst lernt man, auf einem fahrenden Riesenrad rumzuklettern, um seine Höhenangst zu verlieren, oder wie man über Sand (und später sogar Wasser!) läuft, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Actionszenen sind recht hübsch, halt typisch für die damalige Zeit, herausragend ist da eigentlich nur die Verfolgungsjagd auf der Freiheitsstatue (die damals noch das Gerüst der 200-Jahr-Feier trug), das ist mal was anders als sonst immer.
Der Film hat Flair, ist sehr spaßig, spannend, prima problemlose Unterhaltung. Man verläßt das Kino mit dem guten Gefühl, daß die Welt nicht vor die Hunde gehen wird, solange es so sympathische Helden wie Remo gibt. Auch wenn er ja im klassischen Sinne gar kein Held ist, sondern nur ein vom Staat mit vielen Schiffsladungen in Gold bezahlter Auftragskiller.
Definitiv einer meiner Liebslingsfilme. Sehr zu empfehlen!