Skulls
Luke McNamare (Joshua Jackson) ist hartarbeitender Student einer Eliteuniversität, der sich sein teures Jura-Studium durch Stipendien und Nebenjobs finanziert. Als man ihm die Mitgliedschaft in der Studentenvereinigung Skulls, hinter deren Mauern u.a. die Gründung des CIA beschlossen wurde, anbietet, ist er zunächst begeistert, denn es ist bekannt, daß einem eine solche Verbindung nicht nur in finanzieller Hinsicht alle Tore und Türen öffnen kann. Sein Freund Will, Redakteur der Campus-Zeitung ist jedoch dagegen, er arbeitet an einem Artikel, um finstere Machenschaften dieses Geheimbundes aufzudecken.
Es kommt zu einem Unfall, Will stirbt und Luke muß sich nun fragen, wo denn seine Loyalitäten liegen und ob er wirklich für die Wahrheit seine Zukunft aufs Spiel setzen möchte.

Jau, so weit, so gut, was wir hier haben ist ein Film, der viel mit Dialogen und Großaufnahmen arbeitet, versucht, die Personen und ihre Beweggründe aufs genaueste auszuleuchten. Schade nur, daß es da nicht viel auszuleuchten gibt, denn die Charaktere sind allesamt sehr geradlinig und stereotyp, die ganze Geschichte an sich zu glatt, um einen emotional mitzuziehen.

Zwei gravierende Fehler stören das Gesamtbild, zum einen ist da ein Charakter, ein Polizist, dessen ganze Rolle einfach keinen Sinn macht und dessen Auftreten am Ende einer deplaziert wirkenden Autoverfolgungsjagd (da fiel dem Regisseur wohl plötzlich ein, daß man mal ein bißchen Action zeigen könnte) mehr als gestellt wirkt.
Zum anderen entschied man sich in einer Verhör-Szene für eine sehr sehr schwankende Kameraführung, die wohl die Verwirrtheit des Hauptakteurs und dessen aussichtslose Lage verdeutlichen sollte. Nun....sowas kann man aber nicht einfach so aus heiterem Himmel machen, nachdem vorher die Kameraführung in allen Szenen normal war. Netter Einfall, aber hoffnungslos übertrieben. Mir ist sogar ein bißchen schlecht geworden von dem Geschwanke.

Überraschend positiv aufgefallen sind mir allerdings die jungen Hauptakteure, der Hollywood-Nachwuchs ist schauspielerisch endlich dem Howard-Hughes-Alter und der Brat-Pack-Zeit entwachsen und zeigt hier, was er kann. Schön!
Besonders Joshua Jackson, der in der engeren Auswahl für die Rolle des Anakakin Skywalker in dem kommenden Starwars-Films war, sollte man im Auge behalten. Der Junge hat's echt drauf. Sehr schön!

Insgesamt betrachtet haben wir es hier trotz aller Unzulänglichkeiten doch mit einem recht guten Film zu tun. Erfrischend vor allem, daß er mal anders ist als das, was man sonst serviert bekommt. Kein Teenie-Film, kein Action-Film, stattdessen ein psychologisches Portrait eines jungen Mannes, der zwischen Ehrgefühl, Karrieredenken und Liebe hin- und hergerissen ist und der im Verlauf des Filmes sichtbar reift. Und diesen Vorgang zu beobachten ist sehr interessant. Ich kann nicht sagen, daß mir dieser Film Spaß gemacht hat. Er war ziemlich faszinierend, nicht langweilig, nicht immer vorhersehbar und schauspielerisch definitiv was für's Auge. Da kann ich auch diverse übertriebene Handlungsstränge verzeihen. Gerade mal so an der Mittelmäßigkeit vorbeigeschrammt, aber man bereut es nicht.
Also, schaut's euch an. Ist mal was anderes. Genau!