Sleepy Hollow
"Köpfe werden rollen", verspricht uns das Filmplakat und das tun sie tatsächlich in diesem liebenswürdig skurrilen aber ansonsten nicht weiter erstaunlichem Gruselfilm.

Ichabod Crane, ein junger New Yorker Constable des 18. Jahrhunderts, wird zur Aufklärung diverser Mordfälle in das nicht nur des namens nach verschlafene Städtchen Sleepy Hollow entsandt. Angeblich treibt dort ein kopfloser Reiter sein Bevölkerung dezimierendes Unwesen. Natürlich glaubt Crane nicht an den Spuk, bis er ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht. Zusammen mit der reizenden Catherina von Tassle wagt er es, das Grab des Gespenstes aufzusuchen und dessem Treiben ein Ende zu bereiten.

Nun, zunächst einmal ist zu bemerken, daß der Regisseur Tim Burton sich selbst treu blieb und die Geschichte mit für ihn typischen Details anfüllte. Seine Handschrift ist unverkennbar. Die Figuren dürfen übertrieben skurril agieren und vieles wird arg überspitzt dargestellt.
Dem entsprechend übertreiben es auch die Schauspieler, allen voran Johnny Depp, und es entsteht eine Atmosphäre, die eher an ein Theaterstück, als an einen Film erinnert. Das ist mal eine erfrischende Abwechslung, bietet viel Raum für Situationskomik und ist nett anzuschauen. Schön auch Christopher Walken in der Rolle des Reiters, er darf hier hemmungslos dick auftragen, wirkt stellenweise aber eher lächerlich denn grausam.

Die Geschichte ist nicht sonderlich eindrucksvoll. Besonders gestört hat mich, daß sich die aufgebaute Spannung plötzlich auf sehr banale Weise entlädt, man wird nicht überrascht vom Lauf der Dinge und das ist ein bißchen schade.
Die Atmosphäre des Filmes ist sehr gruselig, aber niemals schrecklich und/oder schockierend. Erinnert eher an ein altes staubiges dickes Buch, das man nach Jahren mal wieder aus dem Schrank kramt und liest.
Die Effekte sind gut gelungen, schön viele echt aussehende abgehackte Köpfe. Auch das blutige Grab des Reiters ist ein wahrer Augenschmaus.

Insgesamt betrachtet sind meine Gefühle für diesen Film zwiespältig. Eigentlich ist er recht gut gemacht und auch in sich logisch gut abgesetzt, liebevoll ausgestattet und in Szene gesetzt. Andererseits hapert es aber am Inhalt und an Dialogen, so daß ich mich trotz allem gelangweilt habe. Der Film wirkt ziemlich steif, eine richtige Stimmung kommt an keiner Stelle auf, auch fällt es einem sehr schwer, sich mit den Charakteren zu identifizieren oder etwas für sie zu empfinden. Sie bleiben übertrieben flach. Nett anzuschauen, auch recht witzig...aber kein Film für Wiederholungstäter. Hat mir nichts gegeben. Schade eigentlich......