Star Trek 9 - Insurrection
Das Wunder ist geschehen, Startrek hat endlich den unsäglichen Fluch der ungeraden Nummern gebrochen! (Wir erinnern uns, ungerade ST-Filme, d.h. die Nummern 1,3,5 und 7, sind langweilig, öde, teilweise an den Haaren herbeigezogen etc.) Hiermit liegt nun Teil 9 vor und er ist gut. Kein herausragender Film, aber prima Unterhaltung für einen Abend. Die TNG-Crew hat endlich auch auf der großen Leinwand ihren Rhythmus gefunden, die Witze gehen über plumpe Situationskomik a la "Worff rutscht auf der Bananenschale aus" hinaus, man ist locker, gut drauf, kurzum, es macht einfach Spaß, die Charaktere interagieren zu sehen.

Die erzählte Geschichte ist recht unspektakulär. Ein Volk von 600 Leutchen besiedelt einen Planeten, dessen Strahlung das ewige Leben verheißt und schafft sich dort ein kleines technologiefreies Paradies.
Bedroht werden sie nun von Angehörigen ihrer eigenen Rasse, die vor langer Zeit als Strafe für eine angezettelte Rebellion verbannt wurden. Genetisch degeneriert wollen die Sona nun das Volk der Baku umsiedeln und in die Atmosphäre des Planeten eine Substanz injizieren, um damit die verjüngende Strahlung verstärkt freizusetzen und zu nutzen. Als Folge davon wäre der Planet bis auf weiteres unbewohnbar. Unterstützt werden sie dabei von Starfleet in Form eines Projektes, dem auch Commander Data zugeteilt wurde. Als der Androide aufgrund einer Funktionsstörung plötzlich verrückt spielt und sich gegen die Sona wendet, kommt auch die Enterprise samt Crew ins Spiel, um nach dem rechten zu sehen und den Streit der Völker zu schlichten.

Von der Story her hätte das ganze gut in 45 Minuten abgehandelt werden können, so blieb viel Freiraum für eigentlich unnötige Nebenhandlungen wie z.B.: Geordis und Rikers Versuch, Starfleet von den Streitigkeiten zu unterrichten. Aber zugegeben, sonst hätte man schwerlich Weltraumschlachten unterbringen können und ein ST-Film so fast ganz ohne Raumschiffe und Sternennebel und Special-Effects ist ja auch nicht so das wahre. Jetzt hat man schon mal das Budget und die große Leinwand zur Verfügung, da muß das natürlich auch genutzt werden. Trotzdem wirkten die Szenen etwas überflüssig.

Das Schöne an ST-Filmen ist immer, daß der ganze Part der Charaktervorstellung wegfallen kann. Man kennt sich, kann sofort in die Handlung einsteigen und hat damit genug Platz für kleine zwischenmenschliche Spielereien.
Spaßig ist in diesem Zusammenhang die verjüngende Auswirkung des Planeten auf die Enterprise-Crew. So muß Worff mit Pickeln kämpfen, Riker verliebt sich aufs neue in Troy und diese und Crusher entdecken, daß ihre Brüste wieder fester werden. Hier bietet sich viel Platz für Komik und das wird auch kräftig genutzt, ohne dabei allzu plump vorzugehen. Ein echter Spaß für alle Trekkies!
Etwas ernster dagegen der Hintergrund, den man durchaus als eine kleine Anspielung auf die Kosovo-Krise verstehen kann. Ein kleines Volk wird vertrieben, um einem größeren Platz zu machen, das Wohl der Masse hat Vorrang gegenüber wenigen. Ein Punkt, der ja in Startrek des öfteren diskutiert wird. Hier endet es damit, daß sich Picard gegen den offiziellen Starflett-Vertreter Admiral Doherty wendet und seinen Rang als Captain ablegt, um die Baku zu schützen. Natürlich schließen sich ihm seine leitenden Offiziere an, daher auch der Titel "Der Aufstand". "Die Meuterei" wäre wahrscheinlich treffender.
Okay, eine richtige Meuterei ist es nicht, aber egal.

Zur Technik ist nicht viel zu sagen, die Kameraführung ist etwas wirr, die Schnitte stellenweise echt brutal, das ganze erinnert eher an eine TNG-Doppelfolge als an einen Kinofilm. Hier gerade noch verzeihbar, denn man muß sich nicht beweisen, die Fans werden eh in die Kinos pilgern. Hübsch gemacht sind die Kulissen und die Naturaufnahmen können einen schon umhauen, aber das allein macht eben noch keinen guten Film.

Zusammenfassend kann ich sagen, daß mich der Film sehr amüsiert hat, dafür verzeihe ich auch gerne die etwas platte Handlung. Schön, die TNG-Crew so topfit zu sehen, ich hoffe mal, das bleibt auch bei den nächsten Nummern so!