Stigmata
Videoclip-Regisseur Rupert Wainwright hat sich an einen Film gewagt und nicht ganz überraschend kam ein 102 Minuten langer Videoclip, im Stil her ähnlich wie Romeo + Julia (ich meine die Verfilmung mit DiCaprio) dabei heraus.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Frankie Paige (Patricia Arquette), eine junge Friseuse aus New York City, die Stigmata, d.h. die Wunden Christie körperlich empfängt, obwohl sie Atheistin ist.
Pater Andrew Kiernan (Gabriel Byrne) wird beauftragt, dieses Phänomen zu untersuchen und deckt dabei noch nebenher dunkle Machenschaften der vatikanischen Kirche auf.

Letzteres versucht dem Film eine Rahmenhandlung, eine Erklärung zu geben, derer es eigentlich nicht bedarf. Die immer stärker werdende zunächst rein platonische Beziehung zwischen dem Mädchen und dem Priester, vorangetrieben durch das periodische Auftreten der blutigen Wunden, dargestellt in teilweise recht heftigen Bildern und schnellen Schnitten, hätte an sich auch schon für einen abendfüllenden Bilderfilm ausgereicht.
Entsprechend kommuniziert der Film ähnlich einem Videoclip mehr auf emotionaler Basis denn auf Dialoge und Aktionen, überzeugt durch seine Bilder und Grundstimmung, die sich auch konsequent durch die gesamte Spielzeit zieht. Schön, daß man mit Patricia Arquette und Gabriel Byrne zwei sehr präsente Schauspieler gefunden hat, die auch ohne große Worte ausdrucksstark agieren können.
Es macht einfach Spaß, sie zu beobachten.

Insgesamt betrachtet trotz flacher Story ein sehr guter Film, der auf der großen Leinwand sicher um einiges besser wirkt als später in der Flimmerkiste. Also, nicht verpassen!