The Crow 2 - City of angels
Tja, Leute, was soll man dazu sagen. Es gibt einfach Filme, die keine Fortsetzung brauchen. Aber der Reihe nach, der Inhalt ist schnell erzählt:

Los Angeles irgendwann in der Zukunft. Der sadistisch veranlagte Judah herrscht über die Stadt. Am Tag der Toten bringen seine Gefolgsleute einen jungen Mann und seinen Sohn tun. Beide waren unfreiwillige Zeugen eines Mordes. Ein Jahr später (wer hätte das gedacht) träumt Sarah (ja, jene Sarah aus Teil 1), eben jene Szenerie. Eine Krähe führt sie zu einem Fluß, aus welchem Ashe soeben wieder aufersteht. Sie nimmt ihn mit, malt ihn an und er beginnt seinen Rachefeldzug.

Wer von diesem Film eine vernünftige, einigermaßen glaubwürdige, logisch durchdachte Fortsetzung des zum Kult gewordenen ersten Teils erwartet hat, wurde bitter enttäuscht. Nicht nur, daß es dem Regisseur nicht gelungen ist, eine akzeptable Atmosphäre zu schaffen (nicht das sie es nicht verzweifelt versucht haben), waren auch die Charaktere lieblos, flach und maßlos überzogen gezeichnet. Ashe (Vincent Perez), unkaputtbar (auch seine Kleidung muß aus einem noch nicht bekannten Material bestanden haben, denn weder Kugeln noch Feuer konnten sie beschädigen), ein überaus fröhlicher Untoter mit nicht zu verleugnender Verwandtschaft zum Joker, bestach durch unübertroffene Unfähigkeit der Rolle gerecht zu werden, der Branden Lee seinerzeit soviel Tragik und Verletzlichkeit verliehen hatte. Der Oberbösewicht Judah, seinerseits, glänzte durch Farblosigkeit, die auch seine sadistischen Spielchen (Lieblingssatz: "Ich bin der Herr der Schmerzen") nicht ausbügeln konnte.

Zum Ambiente des Filmes sei gesagt, daß es hier von Krähen nur so wimmelte. Der Regisseur war redlich bemüht in jeder Szene passend oder nicht eine Krähe mitwirken zu lassen. Besonders reizend waren die Flower-Power-Krähe (eine Krähe aus Blumenblüten um einen Erlegten drapiert) und die Origami-Krähe (diese fand sich, oh welch Wunder, im Mund eines weiteren Erlegten).

Ebenso katastrophal war die Kameraführung. Ob sich nun Besoffene, Epileptiker oder besoffene Epileptiker daran versucht haben konnte die Redaktion nicht mehr in Erfahrung bringen. Um das Unheil abzurunden dröhnte an ausschließlich unpassendsten Stellen grausamster Lärm (bezeichnet als Musik) aus den Boxen. Ansonsten hörte der verschreckte Zuschauer bekannte Töne, nämlich die Musik des ersten Teils.

Lobend erwähnt seien die schauspielerischen Bemühungen von Sarah und Curve (Iggy Pop). Diesen beiden gelang es wenigstens im Rahmen des schlechten Drehbuches nur einen kleinen Lichtblick zu sorgen.

Abschließen möchten wir jeden vor diesem Film warnen. Wir beide haben noch nie einen so schlechten Film in Kino ertragen müssen. Auch wenn man sich bemüht, nicht an The Crow I zu denken, und man versucht, The Crow 2 als eigenständigen Film mit völlig neuer Storyidee zu sehen, fällt das Urteil nicht besser aus.