The Watcher
Hierbei handelt es sich wirklich um einen Film, den kein Kinofan verpassen sollte. Es gibt kein besseres Beispiel dafür, wie ein unfähiger Regisseur und eine inkonsequente Schnittechnik eine solide Geschichte mit nicht allzu flachen Dialogen und sehr guten Schauspielern komplett ruinieren kann.

Joel Campbell (James Spader) ist ein arbeitsunfähiger Polizist. Seit ein Serienkiller (Keanu Reeves) seine Frau umbrachte, lebt er fast nur noch von Tabletten und ist in ständiger psychiatrischer Behandlung. Nun taucht selbiger Killer wieder auf und bringt Joel zurück ins Geschäft.

Auch hier keine großen storytechnischen Innovationen, aber die Beziehung der beiden Hauptcharaktere ist eigentlich ganz interessant und es hätte ein ganz netter Film werden können. Nicht unbedingt herausragend, aber unterhaltend. James Spader und Keanu Reeves füllen ihre Rollen gut aus, besonders Spader scheint so langsam zum zweiten Christopher Waalken zu mutieren.
Aber da der Regisseur sich nicht für eine Technik entscheiden konnte, ist der Film letztendlich nur ein übel zusammengestückeltes Mischmasch, allein in der ersten Szene erkennt man diverse Filme (Matrix, Gladiator, Freitag der 13. etc.) wieder. Diese Stile wechseln abrupt, ein zusammenhängendes Bild entsteht nicht, es kommt einfach keine Stimmung auf. Schnell ist der Zuschauer dadurch genervt und der Fortlauf der Story ihm wirklich egal.

Genauso unzusammenhängend auch der Einsatz der Musik. Klassisches wechselt sich mit unpassender Rockmusik ab, gefolgt von Stille, bis zum nächsten unmotiviertem Beat-Einsatz, nein...so geht es nicht. Beim besten Willen nicht. Da hilft auch Reeves unrythmisches Gezappel nicht.

So bleibt "The Watcher" leider nur ein übles Machwerk, das ich am liebsten ganz schnell vergessen möchte.