Thirteen Days
Nanana, wenn das man gut geht, dachte ich noch so beim Betreten des Kinos. Ein amerikanischer Film über einen amerikanischen Präsidenten...da bekommt man doch sicher Pathos ohne Ende um die Ohren gekleckert. Und das von Regisseur Roger Donaldson, dem Schaffer solche filmischer „Meisterwerke“ wie „Species“ und „Dantes Peak“...hm....aber andererseits hat er auch „Cocktail“ und „No way out“ gemacht und die Filme mag ich. Also, was soll’s. Rein da. Und tatsächlich, es war gar nicht mal so schlimm....

Amerika, 1962, Kennedy an der Macht, Kubakrise, seht diesen Film als kleine Geschichtsnachhilfe für alle die, die damals nicht dabei waren. Der Film rückt drei Figuren ins Rampenlicht, Kennedy, seinen Bruder Bob und seinen engsten Berater Kenny O’Donnell. Drei klasse Jungs, die durch geschicktes Taktieren den Ausbruch des vierten Weltkriegs verhindern. Wahnsinn! Ok, das klingt jetzt arg sarkastisch....so schlimm ist der Film allerdings nicht.

Ich weiß nicht, wie gut die Drehbuchschreiber recherchiert haben, wie viel von der Geschichte wahr ist und wie viel rein Dramatisierung, daher kann ich mir darüber kein Urteil erlauben. Ich kann euch nur sagen, dass der Film sehr spannend erzählt ist und nicht langweilig wird, na ja fast nicht. Die letzten zwanzig Minuten sind ein bissi öde, aber ansonsten kann man es sich gut anschauen.

Was mir gefallen hat war, dass sich der Film auf die tatsächliche politische Krise konzentrierte und die daraus resultierenden Wortgefechte und taktischen Geplänkel darstellte. Da war zum Glück wenig mit Familie und so, hätte mich auch gerade mal nicht interessiert.
Entsprechend wenig erfahren wir auch über die Charaktere und deren Hintergründe. Wir sehen sie nur agieren und Risiken abwägen, Szenarien entwerfen und letztendlich die Krise meistern. Und das ist auch ehrlich gesagt genau das, was ich von diesem Film erwartet hatte. Also ein dicker Pluspunkt hier.

Gesamt betrachtet kann man schon sagen, dass sich der Film lohnt. Ist mal was anderes, ein Film, der größtenteils auf Dialoge ausgelegt ist. Stellenweise etwas zu flach, zu perfekt, aber bei allem immer noch spannend und hochkarätig besetzt, in sich logisch und glaubhaft, kurzum, schaut’s euch an. Wenn nicht im Kino, dann wenigstens auf Video, das tut es auch.