Lost in space
Der Film lief gerade mal ein paar Sekunden, die ersten greuslichen Computeranimationen tauchten auf und ich wußte, daß die nächsten zwei Stunden die Hölle sein würden....Lost in the cinema....

2058 - Irgendwo in den U.S.A. Die Familie Robinson bricht mit einem superhyperduperunkaputtbaren Raumschiff auf zum Planeten Alpha Prime, um diesen zu besiedeln und ein Hypergate zu bauen, durch das die restlichen Menschen dann nachfolgen würden, denn die Rohstoffe der Erde sind fast erschöpft. Natürlich nimmt man für dieses Vorhaben keinen gutausgebildeten Ingenieurtrupp sondern nur einen pfiffigen Prof samt Family....aber lassen wir das....ich will darüber ja nun nicht nörgeln....ein Pilot wird auch noch dazugepackt, natürlich genetisch kompatibel zum hübschen und schlauen Töchterlein, wer hätte das gedacht...ein terroristischer Sabotageakt schlägt fehl und der Saboteur fliegt dann auch noch mit ins All...und da sind sie nun und mißachten so ganz nebenbei so fast jedes bekannte physikalische Gesetz auf ihrem langen Weg nach Alpha Prima.
Ganz am Anfang knallt man mal eben quer durch die Sonne....(jaaaa....ein Hyperantrieb kann so was!!!) und wird etwas durch die Zeit geschleudert (???) genau vor die Füße eines Raumschiffes (!!!), welches zu ihrer Suche losgeschickt wurde. Natürlich schauen sie sich das mal unverbindlich an, werden von Weltraumspinnen überfallen, müssen auf einem Planeten bruchlanden und dort hakt die Logik dann völlig aus. Seltsame Zeitblasen hängen dort rum und das Wörtchen Zeitparadoxa hat man auch noch nie gehört......HÜÜÜÜLLLFÄÄÄÄ!!!

SEUFZ!!! Ich kann ja eine Menge an Schwachsinn ertragen, aber das ging nun wirklich mehr als zu weit. Hatte ja was von "Räuber und Gendarm" im Weltall, als ob kleine Kinder es spielen würden, ohne auf physikalische (oder durch zahlreiche SF-Filme im Prinzip klar definierte) Grundregeln zu achten. Aber wenn es dann wenigstens interessant oder lustig oder irgendwie bewegend gewesen wäre....so blieben nur knapp zwei Stunden gähnende Langeweile. Ich will jetzt die ganzen Brüche im Handlungsablauf und die ganzen Denkfehler der Drehbuchautoren gar nicht mal aufzählen, aber im Prinzip bekommt man fast jede Minuten einen um die Ohren geschlagen.
Dazu wird das Ganze noch garniert mit einem süßen kleinem außerirdischen Äffchen (Blarb, was für ein Name...) und einem Roboter, der natürlich sofort das Thema Freundschaft in allen Einzelheiten durchschaut und sich problemlos selbständig die feindselige Programmierung rausrupft (ob ich das meinem Computer auch klarmachen kann und er deinstalliert sich dann freundlich grinsend endlich mal den vermaledeiten Internet Explorer ???).
Witzig war allemal Gary Oldman als hysterischer Doc und Terrorist, aber die mehr als überflüssige Mutation gen Ende der Geschichte hätte es da auch nicht gebraucht.

Die Computeranimationen taten dazu auch noch ihr übrigens....weniger wäre hier echt mehr gewesen. Irgendwie hatte ich stellenweise den Eindruck, direkt vor meinem PC zu sitzen, denn die Schiffe sahen einfach nicht echt, nicht "gebraucht" aus. Ich hasse es, wenn man deutlich sieht, daß etwas animiert ist, nimmt die Illusion komplett weg. Leider war es bei "Lost in Space" so.

Die letzten Worte des Filmchens waren dann auch die einzigen, denen ich aus tiefstem Herzen zustimmen konnte: "COOL" Ja, cool, daß der Schrecken nun vorbei war und daß ich das Kino endlich verlassen konnte, wie schon mindestens ein Drittel der Zuschauer, die es nicht bis zum Ende ausgehalten hatten. Naja, wenigstens die Schlußmusik kam gut rüber....
YUK!