Chasing Amy
Da ich, nachdem ich Dogma sah, spontan zum Kevin Smith-Fan mutiert bin und mir sämtliche Filme antat (waren zum Glück nur vier, da mußte mein Geldbeutel nicht zu arg leiden), folgt hier nun die Besprechung des dritten Teils der Red Bank-New Jersey-Saga, Chasing Amy.

Holden McNeil ist ein erfolgreicher Comic-Zeichner. Zusammen mit seinem Freund Banky ist er für die "Bluntman + Chronic"-Comics verantwortlich, die auf den Abenteuern Jays und Silent Bobs basieren. Auf einer Convention verliebt sich Holden in Alyssa, nicht ahnend, daß diese lesbisch ist. Nach einigem hin und her kommen die beiden letztendlich zusammen, aber Holden hat Probleme, Alyssas sexuelle Vergangenheit zu verarbeiten und als er erfährt, daß sie es mal mit zwei Kerlen gleichzeitig getrieben hat, bricht für ihn die Welt zusammen.

Dies ist mal ein Smith-Film, der nicht nur auf den komödiantischen Faktor setzt, sondern sehr persönlich Probleme angeht, die vielleicht uns alle plagen. Welche Vergangenheit hat ein geliebter Mensch? Und kann ich mich mit dieser Vergangenheit identifizieren? Kann ich ein Teil von ihm werden, mit ihm auf einen Level kommen? Schließlich ist die Vergangenheit das Fundament eines Menschen, das, was ihn geprägt hat, das, was ihn ausmacht. Wie wirkt sich das auf die Zukunft aus? Man denkt drüber nach. Wie würde ich mich in so einer Situation verhalten? Ich weiß es nicht....

Wie für Smith typisch stehen auch hier die Dialoge im Vordergrund, teils witzig, teils bissig, immer interessant. Seine Figuren sind lebensecht, in keiner Situation gekünstelt.
Die Schauspieler tun ihr übriges dazu, sie leisten wirklich gute Arbeit, sind stets in ihrer Rolle glaubwürdig und sehr intensiv.

Interessant für Smith-Fans ist es, nach all den kleinen Verbindungen und Anspielungen auf die anderen Filme Ausschau zu halten. So werden z.B. einige Szenen aus Mallrats erwähnt, es läuft einmal das Lied, welches Loki (Matt Damon) in dem Film "Dogma" singt, als er nach dem Massaker im Bus aussteigt, im Comicladen findet sich eine Pappfigur des Sicherheitsbeamten aus Mallrats, es wird der kleine Laden aus Clerks erwähnt etc.
Eine wirklich spaßige runde Sache.
Legendär natürlich auch hier wieder die Anspielungen auf die Starwars-Filme. Ein absolutes Muß bei Smith! Und die Fans hören so was gerne.

Tscha....ich würde sagen, daß dies der ernsteste Film der Saga ist, ein sehr erwachsener Film und nicht ganz so viel Spaß macht, wie die anderen Filme. Schade auch, daß Jay und Silent Bob nur kurz auftauchen. Ok, sie hätten auch eh nicht so gepaßt.
Empfehlen kann ich den Film auf jeden Fall, denn interessant ist er allemal, die Charaktere gehen sehr tief, es macht Spaß, die Schauspieler zu beobachten, stellenweise ist es richtig witzig. Doch, lohnt sich. Ist mal was anderes als der übliche Beziehungskisteneinheitsbrei, der uns normalerweise serviert wird. Wie im echten Leben gibt es kein richtiges Ende und schon gar kein glückliches, alles ist offen. Und das macht es wohl so interessant. Viel Spaß dabei!