Highlander - Endgame
Ich weiß, ich weiß, ich bin ein bißchen spät dran mit meiner Warnung. Ich sage es aber trotzdem: „Tut es nicht!“ Ich wünschte, ich hätte auch auf die Warnung gehört und habe ja auch heldenhaft diesem Film getrotzt, aber irgendwie hat man in einem verdrehten hintersten Winkel seines Gehirns ja doch noch diesen masochistischen Hoffnungsfunken, dass dieser Film vielleicht ja, wenn schon nicht gut, so doch wenigstens erträglich sein könnte. Und wieder reingefallen. Er war es nicht.
Vielleicht gehen Fans der Highlander-Serie ja anders mit dem Thema um und betrachten den Film als gelungen. Aber das der erste Highlander Film (und auch nur der erste) nach wie vor zu meinen Lieblingsfilmen gehört, kann ich diesen Film nicht akzeptieren, denn wenn man danach geht, hätte alles, was im ersten Film geschah, nie stattgefunden und das finde ich mehr als blöd.
Der erste Film war in ein in sich abgeschlossenes in sich logisches Gesamtkunstwerk. An dessen Ende waren alle Unsterblichen tot, Connor McLeod kassierte den großen Preis und wir haben uns alle gefreut. Punkt. Keine Fortsetzung notwendig meiner Meinung nach. Mit der Serie kann ich leben, ich stelle mir einfach vor, sie würde vor dem ersten Film spielen. No prob. Aber dieser Film setzt allem echt die Krone auf.

Irgendwie gibt es anscheinend einen neuen Bösen, der auch aus Schottland kommt und ein weiterer von Connors Cousins ist. Anscheinend lag das Unsterblichkeitsgen denen irgendwie im Blut oder so. Keine Ahnung. Auf jeden Fall hat selbiger mit Connor noch eine Rechnung offen, da dieser den Priester tötete, der ihm Vatersersatz darstellte, weil eben jener Priester Connors Mutter auf den Scheiterhaufen brachte. („Wie realistisch“).
Derweil gibt es auch noch einen irren Wächter, der Unsterbliche fangen lässt und in Kirchen ankettet, damit sie nicht getötet werden und er nicht arbeitslos wird.
Connor hängt also so zusammen mit Duncan McLeod ab und sie treffen auf eine weitere Unsterbliche, die mal Duncans Frau war, aber seit Jahrhunderten sauer auf ihn ist, weil er sie umbrachte, nachdem er erkannt hatte, dass sie unsterblich ist. (Wieso ihr dieser Hass jetzt auf einmal einfällt ist schon verwunderlich, man sollte meinen, sie hätten das ganze schon längst ausgetragen, Zeit hatten sie ja genug). Selbige Frau macht also mit dem Bösen rum und zusammen versuchen sie, Connor und Duncan zu töten. An den Haaren herbeigezogen? Gebt nicht mir die Schuld....
Jedenfalls kommt Connor irgendwann auf den Trichter, dass sie es allein nicht schaffen, diesen Fiesling zu besiegen, denn er hat einen Bodycount von über 600 während sie nur auf je 150 oder so kommen. Also will er, dass Duncan ihn im Duell tötet, damit sie ihre Kräfte vereinigen (schwafel), was letztendlich auch so passiert (HOPPLA! Derber Widerspruch zum ersten Film!) und dann wird noch schnell der Böse gekillt und es geht zurück zu Frauchen, die Duncan natürlich inzwischen verziehen hat. GÄHN!

Soviel zur unlogischen und auch uninteressanten Story. Es gibt Filme, die brauchen einfach keine Fortsetzung, oder? Naja, mal ganz logisch betrachtet, wäre diese Geschichte gar nicht mal so doof, wenn sie nicht Connor McLeod ins Spiel gebracht hätten. Wäre es eine reine Duncan-Geschichte gewesen, hätten sich mir wenigstens nicht derart die Nackenhaare gesträubt. Aber kein Highlander ohne Christopher Lambert, da riskiert man es lieber, von aufgebrachten Fans mit faulen Tomaten beworfen zu werden. SEUFZ!
Aber lasse ich mal all diese Gedanken über die sinnlosen Hintergründe etc. beiseite und betrachte den Film ganz neutral, als würde ich zum ersten Mal Highlander schauen. Hm....das macht es nicht besser. Es war schrottig. Die Dialoge waren flach und seit wann sagen sie ständig „Watch your back“ statt „Don’t lose your head“?
Es war nicht spannend, der Böse agierte so übertrieben, dass es nur noch nervte, die ständigen Rückblenden waren überzogen und unpassend und integrierten sich in keinster Weise so nahtlos in den Film wie es bei Highlander I der Fall war.
Kurzum...es war einfach schlecht.
Den Gipfel der Unverschämtheit erreichte der Film beim großen Schlußkampf, als der Cutter schon ins Koma gefallen war (was ich gut verstehen kann) und eine ca. einminütige Kampfszene zweimal kurz hintereinander ablaufen ließ. Ungelogen, gleiche Kameraeinstellung, gleiche Fechtschritte, gleicher Ort, gleiche Verletzung. Aber da auch der Großteil des Publikums schon schnarchen bzw. nach der Fernbedienung zum Vorspulen angeln war, ist das wohl auch egal.

Fazit: Das muß nicht sein. Wirklich nicht. Paßten Highlander 2 und 3 noch irgendwie, wenn auch nur in entferntester Weise ins Gesamtbild, sprengt dieser Film nun alles.
Wenn man Serienfan ist und das ganze als eine Alternativlösung betrachtet...hm...nun gut...wenn ihr euch gerne quälen lasst.
Ich habe jedenfalls arg gelitten und sehr viel genörgelt und es war einfach nur übel.
Wirklich schade, aber das beweist mal wieder: „Es kann nur einen geben!“