Crouching Tiger, Hidden Dragon
Eastern sind seltsam. Das ist ein gängiges Vorurteil, dass sich leider auch in allzu vielen Fällen bewahrheitet. Vielleicht sind wir ja auch einfach zu fest in unserer abendländischen Kultur verwachsen, so dass wir den chinesischen Fabeln nicht so recht folgen können. Oder vielleicht finden Chinesen diese Filme auch seltsam. Keine Ahnung. Crouching Tiger, Hidden Dragon ist auf alle Fälle kein klassischer Eastern, denn er besitzt etwas, das viele seiner Gattung sonst nicht aufweisen können, eine durchgehende vernünftige und sehr schöne Geschichte.

Der Schwertmeister Li Mu Bai ist des Kämpfens müde und bringt sein kostbares Schwert in die Haupstadt Peking, um es der Regierung zu schenken. Dort trifft er auf seine alte jedoch unerfüllte Liebe Shu Lien. Das Schwert wird gestohlen von Yu Jiao Long, einer Tochter aus gutem Hause, deren Lehrmeisterin Jadefuchs eine berüchtigte Verbrecherin ist, die vor einer langen Zeit Li Mu Bais Meister tötete. Klar, dass dieser das nicht so auf sich sitzen lassen kann. Nebenher verliebt sich die kratzbürstige aber ziemlich bewegliche Yu Jiao Long noch in den jungen Wüstenbanditen Lo Hsiao Hu, obwohl sie bereits zur Heirat versprochen ist.

Es dürfte wirklich einen Unterschied machen, ob man diesen Film im Kino oder in der kleinen Fernsehkiste sieht. Die Landschaftsaufnahmen sind herrlich und die wunderschön choreographierten Kampfszenen dürften um etliches an Flair verlieren, wenn sie keine metergroße Leinwand füllen.
Die Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet und gespielt, auch wenn ich die Heldin am liebsten ständig übers Knie gelegt hätte. So ein verwöhntes Balg **Schnaub!**

Schön herausgearbeitet ist der Kontrast zwischen den Jugendlichen und den erfahrenen Kämpfern in diesem Film. Sowohl in ihrer Art zu kämpfen, als auch in ihren Bewegungen und Handlungen, die allesamt mit einer gewissen Grazie vonstatten gehen.
Verständlich, dass sich Chow Yun Fat hier mit seinen Kampfkünsten etwas zurückhält, denn mit den weiblichen Darstellern könnte er sich keinesfalls messen.
Faszinierend ist wie in fast allen Eastern die Ausstattung. Man glaubt sich wirklich ins alte China zurückversetzt. Sehr gut gelungen.

Nein, an diesem Film gibt es wirklich nichts zu meckern, man kann ihn nur geniessen. Wenn ich ihn kategorisieren müsste, würde ich das ganze als eine großartige Liebesgeschichte durchsetzt mit faszinierenden Kampfszenen einordnen. Crouching Tiger hat den Oskar wirklich verdient und ich kann ihn nur Leuten aller Altersklassen wärmstens ans Herz legen. Er ist einfach nur schön.