Mummy returns
Fortsetzungen haben immer mit ziemlich vielen Vorurteilen zu kämpfen. Sie müssen besser bzw. mindestens genausogut sein, wie da Original, dürfen es aber nicht einfach nur kopieren, sie sollten beim Zuschauer die gleiche Stimmung erzeugen wie das Original, aber ihm gleichzeitig etwas völlig neues bieten. Gar nicht mal so einfach. Klar, daß auch die Drehbuchschreiber von Mumie 2 ganz schön zu kämpfen hatten. Trotzdem ist ihnen das Kunststück gelungen, erneut einen unheimlich spaßigen, rasanten und spannenden Sommerfilm zu schaffen.

Ungefähr acht Jahre nach dem ersten Film treffen wir wieder auf das (inzwischen) Ehepaar O’Connell, die sich zu richtigen Indiana Jones‘ gemausert haben. Zusammen schaffen sie Kunstschätze aus Ägypten raus nach England und verdienen gar nicht mal schlecht dabei.
Nur leider kommt ihnen mal wieder ihr alter wiederbelebter Feind Imhotep dazwischen, der ihren Sohn entführt, um mit dessen Hilfe den Skorpionkönig und seine Truppen wieder zum Leben zu erwecken und Schrecken und Terror über Ägypten zu bringen.

Öhm, ich weiß, das klingt jetzt irgendwie sehr platt, aber keine Panik. Die Geschichte ist logisch gut durchdacht und aufgebaut, da gibt es wirklich nichts zu meckern. Ok, sie bleibt dabei genauso flach wie im ersten Film, aber das stört ja nicht weiter. Die Charaktere sind ebenfalls so stereotyp und platt wie zuvor, so daß das ganze wie im ersten Film auch wie eine Comicverfilmung oder ein typisches Groschenroman-Abenteuerbuch a la Henry Rider Haggard oder Robert E. Howard. Nichtsdestotrotz machen sie einfach nur Spaß und die Sprüche bleiben mit wahrscheinlich lange im Gedächnis.

Visuell auffallend war in diesem Film eine völlig neue Abart des sonst üblichen Product-Placement, ich will es mal Sight-Placement nennen. Sommers schafft es, in vielen Panoramaszenen sämtliche Klischees und Merkmale der dargestellten Orte in ein Bild zu packen. So z.B. als die Kamera kurz über den Bahnhof von Kairo schwenkt, während man im Hintergrund völlig übertrieben Tempel, Pyramiden, Palmen und Kamele sieht. Gleiches in London, Big Ben und Towerbridge auf der Leinwand eindrucksvoll vereint, was stellenweise so gewollt kitschig wirkt, daß es einfach nur zum Lachen reizt. Sehr schön!

Nicht so gut gefallen hat mir allerdings der Skorpionkönig, der war dann doch für meine Geschmack etwas zu lächerlich animiert. Darauf hätte man gut verzichten können, Hollywood hat anscheinend immer noch Probleme damit, einen Menschen lebensgetreu zu animieren, dann sollen sie es doch besser lassen.
Was mich außerdem noch gestört hat war, daß sie viele Ideen aus dem ersten Film noch einmal neu aufgegriffen haben, was an den betreffenden Stellen aber doch nur wie ein lauer Aufguß wirkte. So z.B. die unter die Haut gehenden Skorpione, die Maske, die Imhotep sich aufsetzt, die Leibgarde des Pharao, der Sandsturm mit Gesicht (diesmal als Wasser, da war wohl ein Kreativer am Werk) etc. Auch darauf hätte man gut verzichten können.
Aber dafür gibt es auch nette neue Sachen wie zum Beispiel Pygmäen-Mumien. Sehr spaßig. Natürlich nicht für die Anwesenden, das versteht sich von selbst.

Abschließend bleibt zu sagen, daß dieser Film sehr viel Spaß macht, wenn man ihn nicht ernst nimmt. Man kann sich einfach nur herrlich amüsieren und ablachen. TOP!