Le pacte de loups
Franzosen sind seltsam...das habe ich ja schon immer geahnt, seit dem Film „Die Purpurnen Flüsse“ vermutet und nun erneut bestätigt bekommen.
Ich weiß nicht, ob der Drehbuchschreiber mittendrin mal eben spontan verrückt geworden ist oder erst nach 30 Seiten Skript unterm Bett seinen Drogenvorrat wiedergefunden hat, auf jeden Fall beginnt dieser Film ganz normal und dreht dann irgendwie völlig unrealistisch ab. Schade eigentlich.....

Frankreich, Mitte des 18ten Jahrhunderts, ein Wolf terrorisiert einen großen Landstrich und knabbert vornehmlich Frauen und Kinder an. Der Naturforscher Grégoire de Fronsac kommt mit seinem indianischen Kung-Fu-Blutsbruder Manni (nein, sein Pferd ist nicht tiefergelegt) vorbei, um die Bestie zur Strecke zu bringen, geht mit der adligen Oberschicht jagen, verliebt sich in eine schnuckelige Baroness und hängt abends im Bordell ab.
Soweit so gut so erträglich. Und wenn der Film so weitergegangen wäre, hätte ich ja auch gar nicht meckern müssen. Es war zwar etwas langweilig, aber man hat hübsche Leichen gesehen und der Held (der mich an Brandon Faser erinnert) und sein ständig in Zeitlupe das Haar schüttelnde Indianer waren ja auch was für’s Auge und so dachte man, er bringt halt den Wolf oder was auch immer um und gut ist.
Jahaaaa...aber ich hatte nicht mit den Franzosen gerechnet und mit deren Vorliebe für irre Wendungen in Geschichten. Nein, keine Bange, es ist keiner aus dem Gebüsch gehüpft und hat gefragt, wo sein Schuhboot ist, aber glaubt mir, das hätte mich dann auch nicht mehr gewundert.
Der geneigte Zuschauer kriegt schnell raus, dass der Wolf gar kein Wolf ist, sondern ein Tier aus Afrika (das sich computeranimiert aber sehr tieruntypisch bewegt), welches eine geheime Gesellschaft zur Förderung der Gottesfurcht unter den Menschen in eine eiserne Rüstung gesteckt hat und nun durch die Gegend schickt, damit der König merkt, dass die Apokalypse nahe ist. A well deceived plan...however...der wortkarge Manni kriegt das spitz und wird mal eben tot gemacht und unser Held verhaftet. Im Gefängnis trifft er dann seine Mätresse aus dem Bordell wieder, die ihn vergiftet und anschließend wiederbelebt, um ihn aus dem Knast zu holen. Dabei sind ihm aber anscheinend ein paar Gehirnzellen abgestorben, denn anschließend läuft der erstaunlich bibelfeste Geselle Amok und schnetzelt in indianischer Kriegsbemalung Martial-Arts-mäßig alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.
Aus einer spontanen Idee heraus, den anderen Charakteren auch mal etwas Tiefe zu verleihen, konzentriert sich der Regisseur nun auf den bösen Baron, der nur einen Arm hat und mal eben seine Schwester (das schnuckelige Liebchen des Helden) vergewaltigen muss, um schließlich im Endkampf ... tataaaa.... einen neu angenähten Arm und eine Mischung aus Dolch und Nun-Chaka zu präsentieren. Nützt ihm aber auch nix, halten Sie mal einen irren bemalten Franzosen auf....
Schlussendlich wird die geheime Gesellschaft enttarnt, die Bestie erledigt und der Held segelt mit seiner Baronin dem Sonnenuntergang entgegen und verhilft Manni zu einem zünftigen Seebegräbnis. Bin sicher, dass Indianer da besonders drauf stehen. Ha, seht, die ewigen Jagdgründe....platsch! So was kann man doch nur boshaft nennen, oder?

Ich kann nicht sagen, dass mir dieser Film keine Spaß gemacht hat. Ich habe sehr gelacht. Aber höchstwahrscheinlich war das vom Regisseur nicht so beabsichtigt. Der Film bietet ungeahnte visuelle Highlights wie „Ein Mann macht das Fenster auf, Kamera zoomt raus, Sonnenuntergang im Zeitraffer, der Mann macht das Fenster wieder zu“ oder „Pferdehufe patschen in Zeitlupe durch Pfützen“, allein das wirkt so lächerlich, dass es mich teilweise fast vom Stuhl gerissen hat. Leider konnte sich der Regisseur für keinen eigenen Stil und auch keine eigene Storyline entscheiden und hat so von allem etwas zusammengemixt. Und so entstand ein Grusel-Splatter-Martial-Arts-Männer-mit-nacktem-Oberkörper-unterschwellige Erotik-Mantel-und-Degen-Film mit Matrix-Braveheart-Gladiator-Tiger&Dragon-Kameraeinstellungen und flachen Dialogen. Schade eigentlich.....