Mindhunters
Ein dreimaliges Hurra für alle angehenden Serienkiller!
In den USA kann die absolute Anarchie starten, denn wenn das FBI in Zukunft solch gut ausgebildete Profiler auf die Menschheit loslässt, wie sie uns in dem Film Mindhunters dargestellt werden, hindert selbst den dümmsten Hinterwäldler nichts daran, eine glänzende Karriere als unbezwingbarer Humanentsorger zu starten. Anscheinend reicht ein mindestens einstelliger IQ aus, um sich beim FBI zu bewerben und während der Ausbildung wird dieser nicht unbedingt gesteigert, wie sonst lässt sich erklären, dass sich die Abschlussklasse des Filmes völlig brav und untätig zur Schlachtbank führen ließ und jeden noch so großen mit bunten Leuchtfarben und Neonblinklichtern ausgestatteten VORSICHT! TÖDLICHE FALLE! – Hinweis geflissentlich ignorierte?
Da kann einem der Antagonist des Filmes richtig leid tun. Des alltäglichen Serienmordens müde geworden, war er nämlich auf der Suche nach einer echten Herausforderung und hatte sich extra kniffelige Todesarten für den Schulausflug der FBI-Gehirnakrobaten-Abschlussklasse ausgedacht. Völlig unnötig. Eigentlich hätte er nur ein paar Bananenschalen auslegen müssen oder Kandidat A eine Kanone mit dem Hinweis in die Hand drücken müssen, dass dies sein neues Handy sei und er doch mal bitte den Anruf beantworten solle.
ARG! ARG! ARG!
Dieser Film regt mich echt auf. So viele Möglichkeiten, so viel Potential, so viele schöne Todesarten. Und dann so ein Schwachsinn! Von einer FBI-Profiler-Abschlussklasse hätte ich erwartet, dass sie wenigstens ein bißchen nachdenken können, den Täterkreis einschränken können, den Fall eventuell lösen könnten. Aber nein, wozu denn? Da verdächtigt man sich doch lieber gegenseitig und steht dumm und untätig in der Gegend rum.
Und dabei war der Killer schon so nett, immer die Uhrzeit des nächsten Mordversuches anzugeben. Und was tut man, wenn man die Uhrzeit weiß (vorausgesetzt, unsere Spezis konnten die Uhr überhaupt lesen)?
Man sitzt natürlich rum und wartet, dass es den nächsten zerbrezelt.
Bewaffnen? Recherche? Teamarbeit? Strategien? Huh?
Mal ganz ehrlich. Wenn Sie angehender FBI-Profiler wären (und ich meine FBI-Profiler, mit Ausbildung, körperlich und geistig, über mehrere Jahre, an der Akademie, kurz vor dem Abschluss) und ihr Ausbilder setzt sie mit sechs weiteren Pappnasen auf einer einsamen Insel aus mit dem Hinweis, dass dies ein Rollenspiel sei und dass sie einen Mord aufklären müßten, und dann sterben Ihnen nach und nach die Kumpels weg.
Was würden Sie tun?
  • Ihrem Ausbilder glauben, dass sie allein auf der Insel sind und davon ausgehen, dass einer ihrer Kumpels gerade mal durchdreht?
  • Ihren Ausbilder für den Mörder halten, weil sie eine Stunde lang spazieren waren und keinen auf der mit vielen Gebäuden ausgestatteten Insel gesehen haben?
  • Sich immer an einer Stelle aufhalten und auf den Mörder warten?
  • Alles unbesehen anfassen, was sie so vor sich sehen?
  • Spontan erstmal poppen?
  • Auf keinen Fall sich irgendwo verschanzen, Waffen basteln oder sich sonstwie nützlich machen?
  • Diesen Film ganz schnell kopfschüttelnd zur Videothek zurücktragen?
ARG!
Okay, wer Spass an ausgefallenen Todesarten hat, eklige Sachen mag oder auch gerne mal Filme mit einem Gefühl der geistigen Überlegenheit gegenüber den Protagonisten genießt, der kann ja mal reinschauen.
So richtig schlecht ist es nicht. Aber bitte vorher die Tischkante mit Kissen auslegen. Man schlägt doch arg oft dagegen während der zwei Stunden.